Gehaltssprung um 24 Prozent So viel verdienen die Dax-Chefs

Die Topmanager der 40 Dax-Konzerne haben 2021 dank explodierender Firmengewinne 24 Prozent mehr verdient. Damit verdienen sie mehr als 50mal so viel wie ihre Beschäftigten im Schnitt. Spitzenreiter ist der in den USA operierende Linde-Chef Steve Angel, gefolgt von Ex-VW-Boss Herbert Diess und SAP-Lenker Christian Klein.
Topverdiener: Keiner verdiente 2021 so viele wie Linde-Chef Steve Angel mit 19 Millionen Euro

Topverdiener: Keiner verdiente 2021 so viele wie Linde-Chef Steve Angel mit 19 Millionen Euro

Foto: Lino Mirgeler / picture alliance/dpa

Das Gehaltsgefälle zwischen Vorstandsmitgliedern und durchschnittlichen Beschäftigten vergrößert sich: Die Topmanagerinnen und -manager deutscher Börsenschwergewichte haben von der guten Entwicklung ihrer Konzerne nach der Corona-Krise profitiert. Im Schnitt stiegen die Vorstandsgehälter im Vorjahr um 24 Prozent. Die Vorstände der 40 Dax-Unternehmen einschließlich der Konzernchefs kassierten im vergangenen Jahr im Schnitt 3,9 Millionen Euro, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Auswertung der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und der Technischen Universität München hervorgeht.

Der Abstand zu ihren durchschnittlichen Beschäftigten vergrößerte sich auf das 53-fache. Im Jahr 2020 war es noch das 47-fache.

"Der Gehaltsanstieg wurde getrieben durch die Explosion der Gewinne im abgelaufenen Geschäftsjahr", erläuterte Wissenschaftler Gunther Friedl von der Technischen Universität München. Der Abstand zum durchschnittlichen Gehalt ihrer Beschäftigten sei in den vergangenen zehn Jahren relativ konstant geblieben. "Da sehen wir jetzt mit dem Faktor 53 einen deutlichen Anstieg."

Dax-Unternehmen erwirtschaften 2021 Rekordgewinn

Nach einem Gewinneinbruch im Corona-Krisenjahr 2020, in dem Vorstände teilweise auf einen Teil ihres Festgehaltes verzichtet hatten, erwirtschaften die 40 Unternehmen der obersten deutschen Börsenliga den Angaben zufolge 2021 in der Summe einen Rekordgewinn. Der operative Gewinn sei um 122 Prozent auf zusammengerechnet rund 169,9 Milliarden Euro gestiegen.

19 Millionen Euro im Jahr für Linde-Chef Angel

Topverdiener im Dax war der Auswertung zufolge Linde-Chef Steve Angel (66) mit 19 Millionen Euro. Seit der Fusion mit dem US-Konkurrenten Praxair wird Linde operativ von den USA aus geführt. Der in diesem Jahr ausgeschiedene VW-Chef Herbert Diess (63) kam mit 12 Millionen demnach auf Rang zwei, gefolgt vom SAP-Lenker Christian Klein (42) mit 9 Millionen Euro. Eingerechnet sind das Festgehalt sowie kurz- und langfristige variable Vergütungen, die unter anderem an den Unternehmenserfolg gekoppelt sind.

Im Schnitt kassierten die Vorstandschefs der Dax-Unternehmen 6,1 Millionen Euro und damit deutlich mehr als die anderen Mitglieder des Führungsgremiums, deren durchschnittliche Vergütung sich im vergangenen Jahr auf 3,5 Millionen Euro belief. Frauen sind in der Topetage der 40 Börsenschwergewichte mit 20 Prozent vergleichsweise selten vertreten, verdienten aber im Schnitt mit 3,6 Millionen Euro mehr als ihre Kollegen mit 3,5 Millionen Euro.

Zu den Vorstandsvergütungen gibt es verschiedene Studien, deren Ergebnisse wegen unterschiedlicher Berechnungsmethoden teils voneinander abweichen. Die DSW legt die Auswertung seit dem Jahr 2000 regelmäßig vor. Berücksichtigt wurde bei dem Vergleich die Erweiterung des Dax im vergangenen September von 30 auf 40 Firmen.

dri/dpa-afxp
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