Textildiscounter mit neuem Chef Markus Rech heuert bei Takko an

Nach einer mehrmonatigen Hängepartie hat der Discount-Textilhändler Takko einen neuen Chef: Markus Rech, zuletzt Chef von Sportscheck, hat übernommen. Doch für Eigentümer Apax bleibt die Lage schwierig.
Takko: Der Textildiscounter wird von dem Ex-Sportscheck-Chef Markus Rech geführt

Takko: Der Textildiscounter wird von dem Ex-Sportscheck-Chef Markus Rech geführt

Foto: Alexander_Rüsche/ picture-alliance / dpa/dpaweb

Kaum war CEO Karl-Heinz Holland im Amt, da muss er bereits seinen Nachfolger einarbeiten. Es ist gerade einmal sieben Tage her, da beförderte der Textildiscounter Takko den früheren Lidl-Chef vom Beiratsvorsitzenden zum Konzernlenker, wenn auch auf Interimsbasis. Bald ist Holland sein Mandat schon wieder los. Nach Informationen des manager magazins hat Markus Rech (46) seine Arbeit bei Takko bereits aufgenommen, die Führung des Unternehmens soll er im April von Holland übernehmen. Rech stand zuletzt in Diensten der Otto-Tochter Sportscheck, gab sein Mandat aber nach der Übernahme durch die Signa-Gruppe von René Benko (43) im April vergangenen Jahres auf.

Bei Takko wartet keine leichte Aufgabe auf Rech. Takko mit Sitz in Telgte, Münsterland, gehört dem britischen Finanzinvestor Apax Partners und sollte vor Ausbruch der Corona-Pandemie verkauft werden. Die Gespräche mit einem anderen Finanzinvestor waren bereits weit fortgeschritten. Mit Ausbruch der Krise drohte aus dem Verkaufs- ein Pleitekandidat zu werden. Apax musste im Frühjahr 2020 zeitweise den Schuldendienst aussetzen, die Anleihegläubiger rebellierten und die Minderheitsgesellschafter, die Familie Mattschull, die über eine stille Beteiligung 16,2 Prozent der Anteile hält, witterte eine Chance, das Unternehmen günstig zu erwerben.

Eifriges Stühlerücken in der Spitze

Wieder waren die Verhandlungen weit fortgeschritten, und wieder kam es anders. Als nach dem ersten Lockdown die Nachfrage nach günstiger Bekleidung sprunghaft anstieg, entschloss sich Apax die Gläubiger zu besänftigen und zahlte wieder Zinsen. Die Hoffnung, Takko eines Tages doch noch mit Gewinn weiterzureichen, war zurück, das Vertrauen zwischen den Gesellschaftern allerdings zerrüttet. Am 22. Oktober zog CEO Alexander Mattschull (48) die Notbremse und legte sein Amt nieder, wenige Wochen zuvor war bereits Vertriebschef Ulli Eikmann ausgeschieden. Vor wenigen Tagen beendete schließlich CFO Andreas Silbernagel sein Mandat. Wie Insider vermuten, musste Holland schlicht einspringen, um die Stellung im verwaisten Vorstand zu halten, bis Rech antreten konnte.

Holland zur Seite gestellt wurde damals Ernst de Kuiper als Interims-CFO. Wie lange der Niederländer im Amt bleibt, ist unklar. Für den Discounter Takko mit seinen 1900 Filialen gilt es derzeit, den zweiten Lockdown zu überstehen und eine Lösung für das angespannte Gesellschafterverhältnis zu finden. Im November 2023 muss Apax eine Anleihe refinanzieren, spätestens dann dürfte ein Verkauf erneut zum Thema werden. Als möglicher Interessent wird der Milliardär Stefan Heinig gehandelt. Der Ramschwaren-König hat erst zum Jahreswechsel seine Anteile am Konkurrenten KiK an Tengelmann verkauft und könnte mit Takko einen neuen Angriff mit Billig-Mode auf die Konkurrenten wagen.

mmo