Britische Fußballklubs Saudis hoffen auf Übernahme von Man United und Liverpool

Die Liste der Interessenten für die britischen Permier-League-Klubs Manchester United und FC Liverpool ist lang. Der saudische Sportminister Prinz bin Turki Al-Faisal hofft nun auf den Zuschlag durch saudische Investoren – und auf Cristiano Ronaldo.
Chance für das Königreich: Saudi-Arabiens Sportminister Prinz Abdulaziz bin Turki Al-Faisal hofft, Manchester United und FC Liverpool für sein Land zu gewinnen

Chance für das Königreich: Saudi-Arabiens Sportminister Prinz Abdulaziz bin Turki Al-Faisal hofft, Manchester United und FC Liverpool für sein Land zu gewinnen

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Saudi-Arabiens Sportminister Prinz Abdulaziz bin Turki Al-Faisal (39) hofft darauf, dass die zum Verkauf stehenden englischen Fußballvereine Manchester United und FC Liverpool von saudischen Investoren übernommen werden. "Wenn jemand aus dem privaten Sektor kommt, werden wir das definitiv unterstützen, denn wir wissen, dass sich das positiv auf den Sport im Königreich auswirken wird", sagte Al-Faisal in Interviews der Sender BBC und Sky News. "Es ist die am meisten verfolgte Liga in Saudi-Arabien, und es gibt hier viele Premier-League-Fans."

Man-United-Inhaber offen für Angebote

Sowohl Manchester United als auch der FC Liverpool hatten in den vergangenen Wochen mitgeteilt, dass die US-amerikanischen Clubbesitzer – die Familie Glazer bei Manchester United und die Fenway Sports Group bei Liverpool – offen für Angebote sind. Im vergangenen Jahr war bereits Newcastle United vom öffentlichen Investmentfonds aus Saudi-Arabien übernommen worden und befindet sich damit praktisch im Besitz des Landes. Die Übernahme ist umstritten, weil Saudi-Arabien wegen Menschenrechtsverletzungen in der Kritik steht.

Der saudische Sportminister äußerte außerdem die Hoffnung, dass der seit der Trennung von Manchester United vereinslose Cristiano Ronaldo (37) in der saudischen Liga anheuert. "Wer würde ihn nicht in der eigenen Liga wollen?", sagte der Prinz dem Sender Sky News. "Er ist ein Vorbild für viele junge Spieler – er und Messi."

Lange Liste mit Interessenten

Aus dem Umfeld von Manchester United hieß es daraufhin, man suche nach dem besten Inhaber, nicht unbedingt nach dem höchsten Preis. Ein weiterer Topkandidat bei Manchester United ist Sir Jim Ratcliffe (70). Der 70-Jährige ist einer der reichsten Briten und hatte dem Vernehmen nach schon in der Vergangenheit Angebote abgegeben. Gerüchteweise sollen auch Tech-Giganten wie Apple, Amazon und Facebook interessiert sein.

Beim FC Liverpool ist die Liste möglicher Interessenten ebenfalls lang. Sie umfasst unter anderem die private Investmentfirma RedBird Capital Partners, die aktuell 10 Prozent der Liverpool-Anteile hält, und Berichten zufolge die Königsfamilie von Dubai. Die hatte schon 2006 erfolglos versucht, den Kultclub zu kaufen.

"Es ist Zeit für Veränderung", forderte der Manchester United Supporters' Trust in dieser Woche. Die meisten Anhänger des Rekordmeisters sind überzeugt, dass nach den Glazers alles nur besser werden kann. Eine Garantie dafür gibt es nicht – und genauso wenig dafür, dass Manchester United und Liverpool tatsächlich ihre Besitzer wechseln.

Im Sommer hatte der FC Chelsea bereits für viel Geld den Besitzer gewechselt. Ein Konsortium um den US-Geschäftsmann Todd Boehly (49) hatte den Londoner Klub vom russischen Milliardär Roman Abramowitsch (56) übernommen und dafür laut Medienberichten umgerechnet rund fünf Milliarden Euro bezahlt. Die Summe dürfte einige Inhaber ins Grübeln gebracht haben, auch wenn Chelsea derzeit in einer sportlichen Krise steckt.

dri/dpa-afxp
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