Montag, 22. Juli 2019

Die 50 Mächtigsten Der Mann hinter den Jungen Wilden

Mercedes-Benz, Allianz, IBM, Landesbank Baden-Württemberg und nicht zuletzt der VfB Stuttgart - Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt ist ein sehr aktiver Part der so genannten Spätzle-Connection. Zusätzlich sitzt der umtriebige Schwabe auch noch im Aufsichtsrat der Deutschen Telekom.

Am Ende reichte es nicht für den VfB Stuttgart. Mit einem torlosen Unentschieden im Rückspiel gegen den vom russischen Öl-Magnaten Roman Abramowitsch finanzierten FC Chelsea war für die Schwaben im Achtelfinale der Champions League Schluss. Dabei hatte VfB-Aufsichtsratschef Dieter Hundt (65) einige Tage zuvor im Gespräch mit manager-magazin.de noch an ein Weiterkommen geglaubt. "Die Hoffnung stirbt zuletzt", so der Präsident der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA).

Dieter Hundt: "Wir wollen den VfB Stuttgart mittelfristig in der Spitze der Bundesliga etablieren"
Zusammen mit dem ehemaligen Deutschlandstatthalter der hierzulande in Stuttgart beheimateten IBM, Erwin Staudt, ist der gebürtige Esslinger einer der Männer, die im Hintergrund für den Erfolg der "Jungen Wilden" verantwortlich zeichnen. Unterstützt wird er dabei von einer handverlesenen Herrenrunde im Aufsichtsrat, die sich Hundt - das war seine Bedingung bei Amtsantritt - selbst zusammenstellen durfte. Gerd Mäuser (Marketingleiter Porsche), Hans Dietmar Sauer (Chef der Landesbank Baden-Württemberg), Joachim Schmidt (Mercedes-Vorstand) und Heideldruck-Chef Bernhard Schreier sollen helfen, dass der VfB sich nach Hundts Vorstellungen "mittelfristig in der Spitze der Bundesliga und unter den europäischen Top-Teams" etabliert.

Alte Bekannte im Allianz-Beirat

Seinen eigenen Spitzenplatz in der deutschen Wirtschaft hat der Verbandsfürst, der im Dezember 1996 als Nachfolger von Klaus Murmann zum BDA-Primus aufstieg, schon längst gefestigt. Bei der Deutschen Telekom Börsen-Chart zeigen, der Stuttgarter Hofbräu AG (gehört zu Radeberger/Oetker) und dem Daimler-Ableger EvoBus sitzt Hundt im Aufsichtsrat. Zusätzlich ist er auch Mitglied des Verwaltungsrats der Landesbank Baden-Württemberg und hat einen Sitz im Beirat der Allianz Börsen-Chart zeigen (die Lebensversicherungs AG residiert in Stuttgart).

Dort trifft der promovierte Maschinenbauer auch auf die beiden ehemaligen Vorsitzenden des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) Heinrich Weiss, 1992 im Machtkampf dem noch amtierenden BDI-Hauptgeschäftsführer Ludolf von Wartenberg unterlegen, und Hans-Olaf Henkel. Mit deren Nachfolger Michael Rogowski geriet Hundt Ende vergangenen Jahres über die Zukunft des Betriebsverfassungsgesetzes in Streit.

Mittlerweile haben sich die Wogen wegen der unterschiedlichen Meinung zur Öffnung von Tarifverträgen für betriebliche Vereinbarungen geglättet. "Die Zusammenarbeit zwischen BDI und BDA ist hervorragend. Was nicht zuletzt an der räumlichen Nähe im Berliner 'Haus der Wirtschaft' liegt", gibt Hundt den friedlichen Nachbarn. Zwischen beiden Verbänden gäbe es ein Überragendes Maß an Übereinstimmung.

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