Die 50 Mächtigsten Bei Anruf Auftrag

Klaus Esser, Rolf-E. Breuer, Ulrich Hartmann, Haim Saban - der Aktienrechtler Ralph Wollburg berät die Prominenz der Konzernwelt. Und mögen viele M&A-Experten unter der Fusionsflaute leiden, der Topanwalt aus Düsseldorf zieht still weiter die Drähte.
Von Andreas Nölting

Den Ober-Experten in Sachen Fusionen und Übernahmen (Mergers & Acquisitions) ist in den vergangenen Monaten die Freude an der Arbeit gründlich vergangen. Denn mit dem Platzen der Börsenblase und den abschreckenden Ergebnissen vieler Firmenhochzeiten (etwa Daimler und Chrysler, Allianz und Dresdner) ging auch den Konzernchefs die Lust am bisherigen Modethema "M & A" abhanden.

Auch Ralph Wollburg müsste diese Flaute eigentlich zusetzen, gehört er doch zu den führenden Mergers & Acquisitions-Anwälten in Deutschland. Der 47-jährige promovierte Jurist, Sohn des früheren stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden von MAN, Gerd Wollburg, ist seit 1987 Partner der renommierten Kanzlei Bruckhaus Westrick Heller Löber, die heute als Freshfield Bruckhaus Deringer firmiert.

Doch von Trübsinn oder gar Kurzarbeit findet sich bei Wollburg keine Spur. Im Gegenteil. Der prominente Anwalt sieht sich weiter bestens im Geschäft. "Der Markt ist sicherlich enger geworden, doch mein Schreibtisch ist voll", meint er zufrieden und fügt selbstbewusst hinzu: "Für Spitzenanwälte unseres Schlages reichen die verfügbaren Mandate locker aus."

Kein Wunder. Wollburg ist der Anwalt der wahren Mächtigen - der Konzernchefs, Promis und Milliardäre. So hat er etliche Klienten bei Übernahmeschlachten beraten - etwa Klaus Esser (Mannesmann) in der letztlich erfolglosen Abwehr der britischen Vodafone. Und als die Deutsche Bank einst mit dem Frankfurter Konkurrenten Dresdner Bank fusionieren wollte, da gehörte Wollburg zum Expertenteam des früheren Deutsche-Bank-Chefs Rolf-E. Breuer.

Weitere Beispiele: Wollburg wirkte maßgeblich bei den Verschmelzungen von Viag und Veba, FAG und INA sowie Degussa und Hüls mit. Und momentan berät er den schillernden US-Milliardär Haim Saban, der gerade die geplante Übernahme der Kerngeschäfte von KirchMedia hat platzen lassen.

Arbeit en masse. Der Düsseldorfer Anwalt weiß eben seine direkten Kontakte zu den Mächtigen aus Politik und Wirtschaft sehr wohl zu schätzen und in klingende Münze umzusetzen: "Es ist das Normalste von der Welt, dass man die anruft, die man kennt."


Die 50 mächtigsten Manager

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