Lieber Stillstand als Einstellungen Lyft setzt Betrieb in Kalifornien aus

Zehntausenden Fahrern von Uber und Lyft hätte nach einem Gerichtsurteil in Kalifornien ein fester Jobs zugestanden. Um das zu vermeiden, verzichtet Lyft lieber auf ein Sechstel seines Geschäfts.
Protest von Uber- und Lyft-Fahrern in Los Angeles am 6. August

Protest von Uber- und Lyft-Fahrern in Los Angeles am 6. August

Foto: ROBYN BECK/ AFP

Der Fahrdienstvermittler Lyft setzt seinen Betrieb im US-Bundesstaat Kalifornien wegen des Streits um den Status von Fahrern aus. Der Grund ist die Entscheidung eines Richters, dass auf solchen Plattformen aktive Fahrer in dem Bundesstaat gemäß einem Gesetz von 2019 als Mitarbeiter statt als unabhängige Unternehmer behandelt werden müssen. Lyft zieht es aber vor, den Betrieb zu stoppen, statt zehntausende Fahrer einzustellen. Der Chef des größeren Lyft-Rivalen Uber, Dara Khosrowshahi (51), stellte zuvor ein ähnliches Vorgehen in Aussicht.

In einem am Donnerstag veröffentlichten Blogeintrag  rief Lyft seine Kunden auf, im November für eine Regelung zu stimmen, die Fahrdienstvermittler von dem Gesetz ausnehmen würde. Uber und Lyft unterstützen die "Proposition 22" und hatten versucht, das Verfahren um den Status der Mitarbeiter bis dahin hinauszuzögern. Vor zehn Tagen erließ der Richter jedoch auf Antrag der Behörden eine einstweilige Verfügung, die an diesem Freitag in Kraft tritt. Bei Lyft entfielen 16 Prozent aller Fahrten auf Kalifornien.

"Wir können nicht über Nacht 50.000 Leute einstellen", sagte Khosrowshahi im Podcast "Pivot School". Das gesamte Geschäftsmodell basiere darauf, dass die Fahrer als eigenständige Unternehmer gälten. Uber und Lyft hatten bereits den Stopp ihrer Dienste in Aussicht gestellt und gewarnt, dass eine langfristige Umsetzung der Regelung höhere Preise und weniger Fahrer auf den Straßen bedeuten werde.

Über den Status der Fahrer auf Plattformen der Fahrdienstvermittler gibt es schon seit längerer Zeit Streit. Uber und Lyft beharren darauf, dass die meisten Fahrer selbst gar nicht zu fest angestellten Mitarbeitern werden wollten. Lyft spricht von einem Anteil von rund 80 Prozent, die so denken. Kritiker prangern an, dass Fahrer beim aktuellen Geschäftsmodell unter anderem keinen ausreichenden Schutz bei Krankheiten hätten.

Das ohnehin verlustreiche Geschäft von Lyft und Uber wurde zuletzt massiv von der Corona-Krise beeinträchtigt.

ak/dpa
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