Luftfahrt Lufthansa will bis September alle Ziele wieder anfliegen

Die Lufthansa baut das Flugangebot trotz Corona-Reisebeschränkungen aus und will bald wieder das komplette Streckennetz bedienen. Bis September sollen fast alle Flugziele wieder angeflogen werden – wenn auch mit geringeren Frequenzen.
LH-Maschinen in Berlin: Vom Vorkrisenniveau ist die Lufthansa noch weit entfernt

LH-Maschinen in Berlin: Vom Vorkrisenniveau ist die Lufthansa noch weit entfernt

Foto: FILIP SINGER / EPA

Die Lufthansa macht Fortschritte auf ihrem Weg aus der Corona-Flaute. Trotz anhaltender Virusinfektionsgefahr und Reisebeschränkungen soll das Streckennetz der Konzernmarken bis September wieder fast auf das volle Ausmaß hochgefahren werden. "Wir haben entschieden, dass wir bis September nahezu alle Flugziele wieder anbieten", sagte Netzplaner Heiko Reitz dem Wirtschaftsmagazin "Capital" in einem Interview.  Alle Ziele weltweit sollten demnach wieder angeboten werden, allerdings zunächst nicht in der gleichen Frequenz mit zum Teil mehreren Flügen pro Tag auf einer Strecke.

Reitz plant mit seinem Team die Verbindungen der Fluggesellschaften Lufthansa, Austrian, Swiss, Brussels Airlines und Eurowings. Nach dem Einbruch im vergangenen Jahr wurden für diesen Sommer zahlreiche eher touristische Ziele in das Lufthansa-Programm aufgenommen. Langfristig will der Konzern aber auch wieder die Nachfrage von Geschäftsreisenden bedienen. Generell würden die Flugpläne wegen der sehr kurzfristigen Nachfrage deutlich flexibler gestaltet, erläuterte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag.

Vom Vorkrisenniveau ist der MDax-Konzern bei den Passagierzahlen aber noch weit entfernt. Die bisherige Kapazitätsplanung gilt einer Lufthansa-Sprecherin zufolge weiter. Für das Gesamtjahr werden im Schnitt 40 Prozent der Sitzplätze des Vorkrisenjahrs 2019 angeboten. Über den Sommer wird das Angebot schrittweise hochgefahren auf bis zu 70 Prozent der Vorkrisenkapazität.

Laut eigenen Angaben verzeichnete die Lufthansa Group für das Jahr 2020 Umsätze von 13,59 Milliarden Euro nach 36,4 Milliarden in 2019 (63 Prozent). Unter dem Strich stand ein Konzernergebnis von minus 6,7 Milliarden Euro. Erst am Mittwoch wurde bekannt, dass sich die angeschlagene Airline erneut eine Milliarde Euro frisches Geld am Kapitalmarkt besorgt hat.

cs/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.