Schärfere Maskenpflicht Lufthansa verlangt negativen Corona-Test

Bisher reichte der Fluggesellschaft ein Attest vom Arzt, damit Passagiere die Schutzmaske im Flieger ablegen konnten. Ab dem 1. September reicht das nicht mehr.
Schutzfaktor: Die Lufthansa will künftig auch einen negativen Corona-Test vorgelegt bekommen

Schutzfaktor: Die Lufthansa will künftig auch einen negativen Corona-Test vorgelegt bekommen

Foto: Lino Mirgeler / dpa

Die Lufthansa verschärft die Maskenpflicht an Bord ihrer Maschinen. Bislang genügte ein formloses ärztliches Attest, um an Bord keinen Mund-Nasen-Schutz tragen zu müssen. Vom 1. September an müssen Passagiere zusätzlich einen negativen Corona-Test vorlegen, der zum geplanten Abflug nicht älter als 48 Stunden sein darf.

Außerdem müssen Atteste auf einem Lufthansa-Formblatt vorgelegt werden, wie das Unternehmen am Montag in Frankfurt am Main mitteilte. Mit den neuen Regeln werde ein besserer Schutz für alle Fluggäste sichergestellt. Sie gelten für alle Gesellschaften des Lufthansa-Konzerns.

Die Maßnahmen sollen helfen, wieder mehr Passagiere in die Flugzeuge zu bekommen. Die Luftfahrt leidet bekanntlich mit am stärksten unter der Pandemie. Trotz aller Beteuerungen, bei Flugreisen sei wegen Luftaustauschs und -filterung die Ansteckungsgefahr gering, bleibt die Nachfrage nach Flügen auch in Länder ohne offizielle Reisewarnung niedrig. Lufthansa-CEO Carsten Spohr (53) hatte erst kürzlich erklärt, dass er eine Rückkehr des Geschäfts auf das Vor-Corona-Niveau erst für 2024 erwarte.

Die Lufthansa hatte bereits Anfang Mai als erste Fluggesellschaft weltweit eine Maskenpflicht an Bord eingeführt. Zusammen mit anderen Airlines fordert sie, auf Flügen zwischen Europa und den USA eine Testpflicht für Passagiere einzuführen, damit Reisen in die mit hohen Infektionszahlen kämpfenden Vereinigten Staaten möglich sind.

Deutsche Bahn verschärft Kontrollen

Auch bei der Deutschen Bahn greift man künftig zu härteren Maßnahmen, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Wegen zahlreicher Verstöße gegen die Maskenpflicht auf Innenstadt-Bahnhöfen will das Unternehmen vor allem am Abend seine Kontrollen verstärken. "Maske tragen ist keine unverbindliche Empfehlung, sondern Pflicht. Es ist deshalb für uns nicht hinnehmbar, wenn sich Einzelne nicht an die Regeln halten", teilte der Bahn-Sicherheitschef Hans-Hilmar Rischke der Deutschen Presse-Agentur am Montag mit. "Wir erhöhen daher gezielt unsere Präsenz von Sicherheitskräften." Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.

In welchen Städten und Bahnhöfen nun mehr kontrolliert werden soll, wurde nicht mitgeteilt. "Unsere Sicherheitskräfte werden gezielt dort eingesetzt, wo sie gebraucht werden", hieß es nur.

Bei der Auswertung von Videoaufnahmen auf sechs Hamburger S-Bahnhöfen hatte die Bahn laut dem "Bild"-Bericht zahlreiche Verstöße festgestellt. Morgens und nachmittags trugen dort weit mehr als 90 Prozent der Menschen Masken. Nach 23.00 Uhr waren es deutlich weniger, auf den Bahnhöfen Reeperbahn und Harburg nur noch 80 Prozent.

Bereits vor einer Woche hatte die Bahn angekündigt, die Maskenkontrollen durch Sicherheitspersonal in den Fernzügen auszuweiten. Bis zum 1. September soll es demnach regelmäßige Kontrollen in 120 Zügen geben. Aber auch die Zugbegleiter im Fern- und Regionalverkehr würden Menschen ohne Maske jederzeit von der Fahrt ausschließen könnten, so die Bahn.

mg/dpa-afx
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