Airline auf Sparkurs Lufthansa streicht mindestens 1100 Pilotenstellen

Einschnitte hat die Lufthansa im Laufe der Corona-Krise schon einige verkündet. Jetzt kommen weitere hinzu.
Zuversicht sieht anders aus: Lufthansa-Chef Carsten Spohr

Zuversicht sieht anders aus: Lufthansa-Chef Carsten Spohr

Foto: Arne Dedert / dpa

Die Lufthansa will im Zuge des verschärften Sparkurses mehr Stellen bei den Piloten streichen als bisher geplant. "Vor dem Hintergrund der angepassten Flottenplanung beläuft sich der Personalüberhang für den Cockpit-Bereich von Lufthansa Airlines auf mindestens 1100 Stellen ab dem Jahr 2022", sagte ein Konzernsprecher am Freitag und bestätigte damit einen Bericht des SPIEGEL.

Man habe dazu bereits Gespräche mit Arbeitnehmer-Vertretern aufgenommen. "Ziel der Verhandlungen ist eine möglichst sozialverträgliche Lösung für den nun notwendigen Personalabbau." Sollten Vorruhestands- und Teilzeitangebote nicht ausreichen, erwägt Konzernchef Carsten Spohr (53) dem Magazin zufolge betriebsbedingte Kündigungen.

Im Juni hatte der Konzern noch den Wegfall von rund 600 Stellen im Cockpit in Aussicht gestellt. Wegen der deutlich langsameren Erholung des Luftverkehrs von der Pandemiekrise hatte die Fluglinie Anfang der Woche jedoch angekündigt, ihren Sparkurs zu verschärfen. So soll die Flotte von Lufthansa  und den anderen Airlines des Konzerns bis zu dem erst für Mitte des Jahrzehnts erwarteten Ende der Krise um 150 Maschinen auf rund 650 Flugzeuge schrumpfen, um 50 mehr als bislang vorgesehen. Darin sind geleaste Maschinen anderer Airlines eingerechnet.

Mit der Verkleinerung plant Spohr einen zusätzlichen Stellenabbau, um die Kosten zu senken. Demnach sind mehr als die bislang angekündigten 22.000 Vollzeitstellen gefährdet. Dies könnte auf eine Größenordnung von rund 5000 zusätzlichen Jobs hinauslaufen, sagte Spohr laut Konzernangaben am Freitag auf einer digitalen Branchenkonferenz. Der Konzernsprecher äußerte sich nicht dazu, wie viele zusätzliche Stellen beim Kabinen- oder Bodenpersonal wegfallen dürften.

cr/Reuters
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