Milliardenverlust in Quartal 3 Lufthansa verbrennt Geld nicht mehr ganz so schnell

Die vom Staat gerettete Lufthansa verbrennt weiter Geld: Das Minus von 1,2 Milliarden im dritten Quartal fällt im Vergleich zum Vorquartal jedoch fast bescheiden aus. Anleger greifen zu.
Lufthansa: Neun Milliarden Euro vom Staat

Lufthansa: Neun Milliarden Euro vom Staat

Foto: A3250 Oliver Berg/ dpa

Die Corona-Krise hat bei der Lufthansa auch im dritten Quartal zu einem milliardenschweren Verlust geführt. Von Juli bis September sei ein bereinigter Betriebsverlust (Ebit) von 1,26 Milliarden Euro angefallen, teilte der Airline-Konzern am Dienstag auf Basis vorläufiger Zahlen mit.

Das Minus fiel damit nicht mehr so hoch aus wie im zweiten Quartal, da sich der Luftverkehr im Juli und August etwas erholt hatte. Nach neun Monaten lag der operative Verlust des mit Staatsgeldern gestützten Unternehmens bei 4,16 Milliarden Euro.

Deutschland, Österreich, Belgien und die Schweiz leisten der Lufthansa zusammen neun Milliarden Euro Finanzhilfe. Ende September beliefen sich die liquiden Mittel auf 10,1 Milliarden Euro, wie die Lufthansa weiter mitteilte.

Aktie legt weiter zu

Die Aktien der Lufthansa  reagierten am Dienstag letztlich mit einem Ausbau der Kursgewinne auf die überraschend vorgelegten vorläufigen Zahlen zum dritten Quartal reagiert. Nach einem Absacker auf 7,95 Euro legten sie zuletzt um knapp 10 Prozent auf 8,55 Euro zu.

"Die Lufthansa befindet sich weiterhin in einer grundsätzlich prekären Situation", kommentierte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank. Es sei weiter ein enormer Kraftakt für die Fluggesellschaft, das auf Massentransport mit geringen Margen ausgelegte Geschäftsmodell an die Gegebenheiten anzupassen. "Die Liquiditätssituation verschafft dem Konzern aber einen guten Wettbewerbsvorteil."

Die Lage im Flugverkehr insgesamt bleibe aber vorerst angespannt und nachhaltige Gewinnanstiege damit in weite Ferne. "Kursanstiege vom aktuellen Niveau aus betrachtet dürften keine lange Halbwertzeit besitzen", erklärte Lipkow. Er rechnet nicht vor Mitte des neuen Jahres mit positiven Signale aus der Flugverkehrsbranche.

la/reuters/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.