Neue Virussorgen Lufthansa fliegt vorerst weiter nach Südafrika

Angesichts beunruhigender Meldungen über eine neue, hochansteckende Variante des Coronavirus im südlichen Afrika wird der Flugverkehr in das Gebiet eingeschränkt. Die Lufthansa hält jedoch vorerst an ihren Verbindungen fest.
Lufthansa-Flieger in Frankfurt: Die Airline hält ihren Flugverkehr nach Südafrika vorerst aufrecht

Lufthansa-Flieger in Frankfurt: Die Airline hält ihren Flugverkehr nach Südafrika vorerst aufrecht

Foto: Boris Roessler / dpa

Die deutsche Lufthansa hält die Flugverbindungen in das Virusvariantengebiet Südafrika vorerst aufrecht. "Wir setzen die Vorgaben um und werden weiter fliegen, auch um Menschen nach Hause zu bringen und Fracht zu transportieren", sagte ein Lufthansasprecher am Freitagmorgen auf Anfrage. Lufthansa beobachte die Lage intensiv und halte sich an alle gesetzlichen Auflagen und Regeln.

Zuvor hatte der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mitgeteilt, Deutschland werde Südafrika wegen der neu auftretenden Coronavirus-Variante B.1.1.529 zum Virusvariantengebiet erklären. Die Regelung trete in der Nacht zum Samstag in Kraft, Fluggesellschaften dürften dann nur noch deutsche Staatsbürger nach Deutschland befördern. Gegebenenfalls seien auch Nachbarländer Südafrikas betroffen.

Die Passagiere einer aus Kapstadt am Freitagabend in München eintreffenden Lufthansa-Maschine müssen alle in eine 14-tägige Quarantäne. Zusätzlich müssten sie sich unmittelbar nach der für 19.45 Uhr geplanten Landung einem PCR-Test unterziehen. Die Quarantäne werde unabhängig vom Ausgang des Tests und des Impfstatus der Passagiere wirksam, teilte das bayerische Gesundheitsministerium mit.

Mehrere Staaten stoppen Flüge komplett

Andere Staaten griffen deutlich härter durch. Ein Gesundheitsexperten-Ausschuss mit Vertretern aus allen 27 EU-Mitgliedstaaten hat sich nach Angaben der slowenischen EU-Ratspräsidentschaft darauf verständigt, dass sämtlicher Reiseverkehr aus dem südlichen Afrika in die Europäischen Union vorläufig ausgesetzt werden müsse. Grund ist das Auftreten einer neuen Coronavirus-Variante. In EU-Kreisen hieß es, die Einschränkungen würden neben Südafrika auch für Botswana, Eswatini, Lesotho, Mosambik, Namibia und Simbabwe gelten.

Frankreich, Italien und die Niederlande handelten am Freitagmittag bereits entsprechend. Auch Nicht-EU-Staaten wie Israel, Marokko, Russland, die Schweiz oder die Türkei stoppten Flüge von und nach Südafrika. Großbritannien hatte dies bereits am Donnerstag beschlossen. Die USA folgten am Freitagabend.

Lufthansa-Aktie verliert zweistellig

Südafrikas Regierung kritisierte das Schließen der Grenzen als ungerechtfertigt. Das Land, das bereits Ende 2020 auf die Beta-Variante aufmerksam gemacht hatte, sieht sich für das frühzeitige Warnen bestraft. Auch die Weltgesundheitsorganisation, die B.1.1.529 am Freitagabend als "Besorgnis erregende Variante" unter dem Namen Omikron einstufte, warnte ebenfalls vor "vorschnellen" Reisebeschränkungen. Die Omikron-Variante wurde unter anderem bereits in Hongkong, wo sie sich in einem Quarantänehotel verbreitete, Israel und Belgien nachgewiesen.

Die Lufthansa-Group einschließlich der Töchter fliegt nach eigenen Angaben 26 Mal pro Woche nach Südafrika und zurück.

Die Sorgen um die neue, im südlichen Afrika aufgetretene Variante des Coronavirus hat am Freitag die Aktienkurse an der Börse einbrechen lassen. Papiere von Luftfahrt- und Touristikunternehmen gehörten dabei zu den großen Verlierern. Die Aktie der Lufthansa verlor zeitweise mehr als 13 Prozent an Wert.

cr, ak/dpa-afx
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