Boom der Frachtsparte gleicht Lufthansa-Minus aus

Die von Dorothea von Boxberg geführte Cargosparte verhilft dem Lufthansa-Konzern zu einem Quartalsgewinn. Erstmals in der Corona-Krise schreibt die Airline schwarze Zahlen.
Dorothea von Boxberg hält die Lufthansa-Frachttochter Cargo auf Rekordkurs und profitiert dabei von einer hohen Nachfrage

Dorothea von Boxberg hält die Lufthansa-Frachttochter Cargo auf Rekordkurs und profitiert dabei von einer hohen Nachfrage

Foto: Arne Dedert / picture alliance/dpa

Die Lufthansa hat dank einer Erholung bei Passagierflügen und dem Boom in der Luftfracht erstmals in der Corona-Krise wieder einen operativen Gewinn erzielt. Das bereinigte Betriebsergebnis belief sich im dritten Quartal auf 17 Millionen Euro nach 1,2 Milliarden Euro Verlust im Vorjahreszeitraum, teilte der Konzern am Mittwoch mit.

Die Lufthansa übertraf damit die Erwartung von Analysten , die im Schnitt ein Minus von 33 Millionen Euro prognostiziert hatten. Ohne die hohen Kosten für Freiwilligenprogramme zum Personalabbau erzielte der Konzern einen operativen Gewinn von 272 Millionen Euro. "Mit der steigenden Nachfrage bei Geschäftsreisen und einem Rekordergebnis von Lufthansa Cargo konnten wir einen weiteren Meilenstein auf unserem Weg aus der Krise meistern: die Rückkehr in die schwarzen Zahlen", erklärte Lufthansa-Chef Carsten Spohr (54).

Die Airlines der Lufthansa-Gruppe, zu der auch Eurowings, Swiss, Austrian und Brussels Airlines gehören, beförderten von Juli bis September 19,6 Millionen Passagiere. Das entsprach knapp der Hälfte des Vorkrisenniveaus. Der Umsatz war mit 5,2 Milliarden Euro fast doppelt so hoch wie vor Jahresfrist.

Frachttochter Cargo auf Rekordkurs

In den Sommermonaten erholte sich der Luftverkehr in Europa dank schwindender Corona-Reisebeschränkungen spürbar, sodass die Tochter Eurowings einen Betriebsgewinn von 108 Millionen Euro erzielte. Die Frachttochter Lufthansa-Cargo ist auf Rekordkurs zu mehr als einer Milliarde Euro Betriebsgewinn in diesem Jahr. Die Nachfrage nach Luftfracht ist wegen der Engpässe bei Seefracht und Störungen globaler Lieferketten hoch, sodass die Frachtraten stiegen.

Im Gesamtjahr will Vorstandschef Spohr den operativen Verlust im Vergleich zum Corona-Jahr 2020 jetzt mindestens halbieren, wie der im MDax gelistete Konzern weiter mitteilte. Im vergangenen Jahr hatte der Geschäftseinbruch einen operativen Verlust von fast 5,5 Milliarden Euro eingebrockt.

rei/Reuters, DPA
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