53,4 Millionen Euro für Linde-Chef Steve Angel ist neuer Topverdiener unter den Dax-Chefs

Mit Linde und Delivery Hero haben die letzten Dax-Unternehmen ihre Vorstandsgehälter für 2020 offengelegt. Die Zahlen haben es in sich: Die Chefs der beiden Unternehmen stellen ihre 28 Kollegen weit in den Schatten.
Großverdiener: Linde-Chef Steve Angel strich im vergangenen Jahr eine Vergütung von 53,4 Millionen Euro ein - mehr als jeder andere Dax-Chef

Großverdiener: Linde-Chef Steve Angel strich im vergangenen Jahr eine Vergütung von 53,4 Millionen Euro ein - mehr als jeder andere Dax-Chef

Foto: Lino Mirgeler/dpa

Nachdem inzwischen alle 30 Dax-Konzerne Deutschlands Informationen zur Vergütung ihrer Vorstandschefs veröffentlicht haben, muss das Ranking der Dax-Chefs nach Gesamtvergütung für 2020 neu geschrieben werden. Denn die Nachzügler Delivery Hero sowie Linde stechen weit aus dem heraus, was von den 28 übrigen Dax-Unternehmen bereits bekannt war.

Wie die Beratungsgesellschaft HKP basierend auf nunmehr vorliegenden 29 Geschäftsberichten und einem IFRS Statement (von Linde) analysiert hat, übernimmt Steve Angel, CEO von Linde, mit einer Gesamtvergütung von 53,4 Millionen Euro für das vergangene Jahr den Spitzenrang unter den Dax-Chefs. Ihm folgt Niklas Östberg (41), der auf eine Gesamtvergütung von 45,7 Millionen Euro kommt.

Angel und Östberg liegen mit diesen Vergütungen nicht nur weit über allen anderen Chefs von Dax-Unternehmen im vergangenen Jahr. Zum Vergleich: Auf Platz drei des Ranking befindet sich nun der bisherige Spitzenreiter, Deutsche-Post-Vorstandschef Frank Appel (59), mit zehn Millionen Euro. Zudem sprengen die Vergütungen der beiden Topverdiener auch alles, was überhaupt bisher an Bezahlung im Dax üblich war, so HKP.

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Diese Dax-Chefs kassieren am meisten - und am wenigsten

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Die Aktualisierung führt zudem zu einem komplett gewandelten Bild bei den Durchschnittswerten. Beim Stand von 28 veröffentlichten Dax-Geschäftsberichten waren die Chefgehälter noch um 28 Prozent auf durchschnittlich 5,3 Millionen Euro gesunken. Mit allen 30 Unternehmen ergibt sich laut HKP dagegen ein Anstieg von 14,6 Prozent auf einen Durchschnittswert von 8,5 Millionen Euro. Im Vorjahr belief sich die Durchschnittssumme noch 7,4 Millionen Euro.

Die Analyse durch HKP berücksichtigt auch die Altersversorgung und Nebenleistungen, wie Dienstwagen oder Versicherungen. Zu den Vorstandsvergütungen gibt es verschiedene Studien mit unterschiedlichen Berechnungsmethoden. Die Ergebnisse weichen teilweise deutlich voneinander ab.

Weitere Spitzenverdiener waren im vergangenen Jahr der Studie zufolge der in diesem Jahr ausgeschiedene Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser (63) mit 9,3 Millionen Euro. Am unteren Ende des Dax-Rankings lag der diese Woche zurückgetretene Vorstandschef des Hamburger Konsumgüter- und Kosmetikherstellers Beiersdorf, Stefan De Loecker (53), mit 2,1 Millionen Euro.

Einen großen Scheck bekam auch die SAP-Kurzzeit-Chefin Jennifer Morgan (50): 15 Millionen Euro Abfindung zahlte ihr der Softwareriese nach gut einem halben Jahr im Amt, weil ihr Vertrag als Co-Vorstandschefin noch bis 2025 gelaufen wäre.

Teamviewer-Chef fließen 71 Millionen Euro zu

Die höchste Vergütung unter deutschen Spitzenmanagern strich im vergangenen Jahr aber erneut kein Dax-30-Chef ein. Teamviewer-Chef Oliver Steil flossen für 2020 laut Geschäftsbericht  (S. 56 ff) mehr als 71 Millionen Euro zu. Als Festgehalt veranschlagte sein Arbeitgeber lediglich mit 900.000 Euro plus Boni. Den Löwenanteil von mehr als 70 Millionen Euro erhielt Steil vom Großaktionär Permira für den erfolgreichen Börsengang 2019 des schwäbischen Softwareunternehmens. Dabei wurden dem Teamviewer-Chef im Dezember mehr als 1,765 Millionen Aktien zum Preis von knapp 40 Euro zugeteilt. Bereits im Jahr zuvor flossen Steil rund 41,3 Millionen Euro zu. Der Manager verdiente damit auch schon 2019 mehr als jeder andere deutsche Dax-Manager.

Und am Ende dieses Jahres könnte der Teamviewer-Chef erneut alle Dax-Chefs abhängen. Im vierten Quartal 2021 nämlich steht eine zweite Aktienzuteilung in gleicher Höhe an, heißt es im Geschäftsbericht (S. 59)

rei, cr/dpa-afx
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