Ifo-Studie Lage der Autohersteller verschlechtert sich weiter

Die Lage in der deutschen Autoindustrie verschlechtert sich weiter. Dafür verantwortlich sind weniger die Zulieferer als vielmehr die Hersteller selbst, betonen Forscher des Ifo-Instituts.
Produktion des VW ID 3 in Sachsen: Die Export-Erwartungen der deutschen Autobauer sind gefallen, das Geschäft im Ausland stockt

Produktion des VW ID 3 in Sachsen: Die Export-Erwartungen der deutschen Autobauer sind gefallen, das Geschäft im Ausland stockt

Foto: STAR-MEDIA/ imago images/STAR-MEDIA

Die Lage in der von hartnäckigen Lieferengpässen geplagten deutschen Autoindustrie hat sich dem Ifo-Institut zufolge im Dezember bereits den fünften Monat in Folge verdüstert. Der entsprechende Indikator für die Branche fiel auf minus 1,0 Punkte nach plus 7,9 im November, wie die Münchner Forscher am Mittwoch zu ihrer monatlichen Umfrage mitteilten. Damit verdüsterte sich die Situation den fünften Monat in Folge.

"Diese abermalige Verschlechterung ist von den Herstellern getrieben, nicht von den Zulieferern", sagte Oliver Falck, der das Ifo-Zentrum für Industrieökonomik und neue Technologien leitet.

Alle Hersteller sind demnach weiterhin von Lieferengpässen bei Vorprodukten betroffen. Das Geschäft im Ausland scheint zudem zu stocken: Der Index für die Exporterwartungen fiel auf 28,1 Punkte, nachdem er im November noch bei 51,1 lag. "Auch die Erwartungen bei den Herstellern sind nicht mehr so rosig", sagte Falck. Die Geschäftserwartungen der Hersteller fielen von 42,7 auf 18,2 Punkte.

Die Situation bei den Herstellern überträgt sich direkt auf die Zulieferer. Deren Lage bleibt daher schlecht: Das Barometer stieg zwar von minus 21,7 auf minus 13,6 Punkte, verharrt aber deutlich im negativen Bereich. Die Geschäftserwartungen der Zulieferer sind zudem so pessimistisch wie seit fast zwei Jahren nicht mehr. "Die jüngsten Ankündigungen von Autoherstellern, ihr Engagement in China weiter auszubauen, drückt sicherlich auf die Stimmung insbesondere mittelständischer Zulieferer, die stark von der Automobilproduktion in Deutschland abhängen", sagte Falck.

Die durch Produktionsstillstände gebeutelten Autobauer setzen im neuen Jahr auf eine deutliche Erholung des Absatzes. Nach dem Einbruch der Neuzulassungen seit Jahresmitte 2021 prognostizieren die im Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) zusammengeschlossenen Importeure für 2022 einen Anstieg um 15 Prozent auf etwa drei Millionen Pkw. Das sei vor dem Hintergrund des hohen Auftragsbestands keine utopische Zahl, hieß es. Voraussetzung sei, dass der Teilemangel wie erhofft überwunden werde.

rei/Reuters/DPA
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