Studie zeigt So macht Künstliche Intelligenz Unternehmen profitabler

Nur ein Bruchteil deutscher Unternehmen vertraut bisher auf Künstliche Intelligenz in ihren digitalen Systemen. Dabei können Unternehmen, die KI einsetzen, einer Studie zufolge rund 25 Prozent mehr Gewinn erzielen.
Es muss ja nicht gleich ein Roboter sein: Künstliche Intelligenz kann in vielen Unternehmensbereichen eingesetzt werden, zum Beispiel bei der Automatisierung von Prozessen

Es muss ja nicht gleich ein Roboter sein: Künstliche Intelligenz kann in vielen Unternehmensbereichen eingesetzt werden, zum Beispiel bei der Automatisierung von Prozessen

Foto: DPA

Im Zuge der zunehmenden Digitalisierung von Unternehmen rückt auch das Thema Künstliche Intelligenz (KI) immer mehr in den Vordergrund. Bisher nutzen mit 6 Prozent nur sehr wenige deutsche Firmen diese selbstlernenden, digitalen Systeme. Dabei können Unternehmen, die Künstliche Intelligenz anwenden, rund 25 Prozent mehr Gewinn erwirtschaften. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls eine Studie des ZEW Mannheim im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), die im Dezember 2020 veröffentlicht wurde . Für die Untersuchung wurden Daten von rund 300.000 deutschen Unternehmen analysiert, die im Rahmen des Mannheimer Innovationspanels im Jahr 2019 erhoben wurden.

Wie die Studie zeigt, hat die Nutzung von KI deutlich positive Auswirkungen auf die Rendite der Unternehmen. So liegt die Umsatzrendite in Firmen, die KI einsetzen, mit 6,4 Prozent um 1,3 Prozentpunkte höher als bei Firmen, die darauf verzichten. Zudem erhöht sich die Innovationskraft der Unternehmen. "Durch Künstliche Intelligenz sind Unternehmen eher in der Lage, anspruchsvolle Innovationen mit einem hohen Neuheitsgrad hervorzubringen", erklärt der Autor der Studie, ZEW-Ökonom Christian Rammer. So steige durch den Einsatz von KI die Zahl deutscher Unternehmen, die Weltmarktneuheiten entwickeln, um fast 4 Prozent.

Foto: ZEW Mannheim

Dabei hängt der Erfolg des KI-Einsatzes aber auch entscheidend davon ab, für welchen Bereich das System verwendet wird. Die Studie unterscheidet zwischen Sprachverstehen, Bilderkennung, maschinellem Lernen und wissensbasierten Systemen. Von diesen vier Kategorien geht der stärkste Beitrag zu Innovationen von dem Bereich Bilderkennung aus.

Hinsichtlich des Anwendungsgebietes - hier wird unterschieden zwischen Produkten/Dienstleistungen, Prozessen, Kundenkommunikation, Datenanalysen sowie anderen Bereichen - ist es am wahrscheinlichsten, mithilfe von KI-Anwendungen im Bereich der Automatisierung von Prozessen Innovationserfolge zu erzielen. Zudem sind die Erfolge höher, je länger und komplexer ein Unternehmen KI einsetzt.

KI sorgt für mehr Beschäftigung

Relevant ist auch, wer die KI-Verfahren entwickelt hat. Der Studie zufolge werden die größten Innovationserfolge mit Verfahren erzielt, die vor allem von externen Dienstleistern entwickelt wurden. Aber auch eine Kombination mit einer internen Entwicklung ist vielversprechend. Die alleinige interne Entwicklung von KI-Verfahren ist nur dann zu empfehlen, wenn Dienstleistungsinnovationen oder neue Fertigungsverfahren eingeführt werden, da hier interne Kenntnisse von Vorteil sind.

ZEW-Ökonom Rammer verweist in seiner Untersuchung aber auch darauf, dass der Umsatz von Unternehmen, die KI einsetzen, nicht steigt. Das bedeutet, der Umsatz mit KI-basierten Innovationen ersetzt nur Umsätze, die zuvor mit Produkten ohne KI-Einsatz erzielt wurden. Auch eine Steigerung der Produktivität konnte Rammer nicht feststellen. Dies führt er darauf zurück, dass sich Abläufe am Beginn des Einsatzes von neuen KI-Anwendungen erst einspielen müssten und noch nicht optimiert seien.

Hingegen weist die Studie klar auf gesamtwirtschaftliche Vorteile der Künstlichen Intelligenz hin. So sorge KI entgegen der häufig vermuteten negativen Beschäftigungswirkung sogar für mehr Beschäftigung. Im Jahr 2018 seien insgesamt rund 48.000 neue Stellen durch den Einsatz von KI entstanden. "Besonders in kleinen bis mittelgroßen Unternehmen beobachten wir einen Beschäftigungsaufbau, erklärt Christian Rammer. Vermutlich würden die Firmen Spezialisten einstellen, um KI überhaupt erst einsetzen zu können.

Aufgrund des immensen technologischen Fortschritts im Bereich der Rechenleistung ist es inzwischen für immer mehr Unternehmen wirtschaftlich durchaus möglich, in KI-Lösungen zu investieren. Dass es sich lohnen kann, zeigen die Daten der Studie.

mg