Podcast Wie viel Marktpotenzial hat künstliche Intelligenz in der Medizin?

Die Gesundheitsversorgung in Deutschland profitiert schon jetzt vom Einsatz der künstlichen Intelligenz. Doch noch immer stehen dem Wachstumsmarkt entscheidende Hürden im Weg.

Bis zum Jahr 2017 war Telemedizin für den Erstkontakt mit dem Arzt Deutschland nicht erlaubt. Seither hat sich einiges getan: Gesundheitsminister Jens Spahn (40) hat sich zur Aufgabe gemacht, die Patientenversorgung zu digitalisieren und die Bundesregierung hat im August 2018 einen Digitalrat einberufen, der die Digitalisierung in Deutschland vorantreiben soll. Ein Schwerpunkt: Die Entwicklung künstlicher Intelligenz (KI).

In der Medizin hat die KI bereits die effiziente Verwaltung von Patientendaten ermöglicht, die Früherkennung von Demenz und Krebs verbessert und Diagnosen unterstützt. Künftig soll die Technologie nicht nur helfen Pandemien frühzeitig zu erkennen, sondern auch mithilfe von Nanorobotern genau die Orte im Körper ansteuern, wo Medikamente und Therapien zum Einsatz kommen sollen.

Die denkbaren Anwendungsszenarien von künstlicher Intelligenz in der Medizin sind vielfältig, entsprechend viel Potenzial steckt im Markt. Für das Jahr 2025 hat eine Fraunhofer-Studie ein Umsatzvolumen von drei Milliarden US-Dollar allein für Anwendungen des maschinellen Lernens im Gesundheitswesen prognostiziert. Doch so einfach ist das Feld für Unternehmen nicht zu erschließen: Regulierung, Datenschutz und nicht zuletzt die zurückhaltenden Reaktionen von Patienten auf die neuen Technologien erschweren das Geschäft.

Stephanie Kaiser (38) ist Gründerin der Heartbeat Labs, eines Unternehmens, das Start-ups in der Medizin hilft, Anwendungen der künstlichen Intelligenz zur Marktreife zu bringen. Sie ist außerdem Mitglied im Digitalrat der Bundesregierung. In unserer heutigen Podcast-Folge berichtet sie über die Hürden, die der breiten KI-Anwendung auf dem deutschen Gesundheitsmarkt entgegenstehen, wie die Politik unterstützt und welche Chancen der Markt bietet.