Ganze Welt - außer die USA Kühne + Nagel erhält Zuschlag für Transport des Moderna-Impfstoffs

In den USA, Kanada und Israel ist er bereits zugelassen, seit Mittwoch auch in Europa. Nun ist auch klar, wer den Impfstoff von Moderna von der Produktionsstätte zu den nationalen Verteilzentren bringen wird.
Von der Produktionsstätte bis zu den Verteilzentren: Kühne + Nagel soll fast die ganze Welt mit dem Moderna-Impfstoff beliefern

Von der Produktionsstätte bis zu den Verteilzentren: Kühne + Nagel soll fast die ganze Welt mit dem Moderna-Impfstoff beliefern

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Im Rennen um Großaufträge für den Corona-Impfstofftransport kann das Logistikunternehmen Kühne + Nagel einen Erfolg verbuchen. Man habe einen Vertrag über den weltweiten Transport und die Lagerung des Covid-19-Impfstoffes von Moderna abgeschlossen, teilte der Konzern am Donnerstag in Schindellegi in der Schweiz mit. Es geht um die ganze Welt außer die USA, dort bekam ein Wettbewerber den Zuschlag. Der Impfstoff muss durchgängig auf minus 20 Grad gekühlt werden - das sei sichergestellt, betonte Kühne + Nagel.

Die EU hatte am Mittwoch nach dem Impfstoff von Biontech und Pfizer auch das Vakzin des US-Biotechkonzerns Moderna zugelassen. Im Gegensatz zum Produkt von Biontech und Pfizer benötigt das Moderna-Vakzin keine ultrakalte Lagerung bei minus 70 Grad und kann damit einfacher ausgeliefert werden.

Der Vertrag zwischen Kühne + Nagel und Moderna betrifft die Strecke von der Produktionsstätte bis zu einem kontinentalen Verteilzentrum - in Europa ist dies bei Moderna Branchenkreisen zufolge in Belgien. Zuvor ist eine Reise durch mehrere Länder nötig: Moderna produzierte seinen Impfstoff im Gegensatz zu Biontech und Pfizer nicht selbst, sondern hat die Schweizer Firma Lonza beauftragt, die in Visp dafür Produktionslinien aufbaute. Zum Abfüllen müssen die Impfstoffe von dort zum spanischen Spezialisten Rovi in Madrid. Auch die Strecke vom europäischen zum nationalen Distributionszentrum - hier also die Lastwagenfahrt von Belgien nach Deutschland - ist in dem Vertrag drin, danach greifen andere Logistikabkommen.

Für Nordrhein-Westfalen zum Beispiel ist Kühne + Nagel für die "letzte Meile" zuständig, und zwar für die Verteilung aller Impfstoffe an mobile Impfteams und an Impfzentren - bisher handelt es sich nur um das Präparat von Biontech und Pfizer, bald kommt auch das von Moderna hinzu. Ein Zeitpunkt hierfür wurde nicht genannt.

Kühne und Nagel hat nach eigenen Angaben 230 Pharmastandorte auf der Welt, in Deutschland zum Beispiel in Leipzig, Frankfurt am Main und in Mainz. Ein Wettbewerber von Kühne + Nagel ist die Deutsche Post DHL, die sich zum Beispiel die Impfstoff-Logistik für Niedersachsen und Israel sichern konnte.

mg/dpa-afx
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