Beben am Kryptomarkt Krypto-Crash bringt Top-Sponsor der Demokraten in Not

Die Kryptobörse FTX hat akute Liquiditätsprobleme. Ein Notverkauf an den Konkurrenten Binance soll helfen. Am Kryptomarkt brechen Bitcoin und Ethereum ein. Pikant: FTX-Chef Sam Bankman-Fried ist einer der Topsponsoren der Demokratischen Partei - und Binance-Chef Changpeng Zhao könnte langfristig der Profiteur des Kryptobebens sein.
FTX-Chef Sam Bankman-Fried: Die Krypto-Handelsplattform braucht dringend frisches Geld

FTX-Chef Sam Bankman-Fried: Die Krypto-Handelsplattform braucht dringend frisches Geld

Foto: Craig Barritt / Getty Images for CARE For Special Children

Dieser Artikel gehört zum Angebot von manager-magazin+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde.

Beben am Kryptomarkt: Eine der führenden Kryptobörsen in den USA, FTX, ist in akute Liquiditätsprobleme geraten. Der Chef des FTX-Rivalen Binance, Changpeng Zhao (45), teilte am Dienstag mit, dass Binance ein "nicht-verpflichtendes Kaufangebot" für Teile von FTX unterbreitet habe. Der Notverkauf an Binance soll dabei helfen, einen Liquiditäts-Engpass bei FTX zu überbrücken.

Die Probleme bei FTX lösten am Kryptomarkt bereits am Dienstag eine Lawine aus. Innerhalb von 72 Stunden haben Anleger rund sechs Milliarden Dollar bei FTX abgezogen und die Liquiditätsprobleme dadurch noch verschärft, teilte FTX-CEO Sam Bankman-Fried (30) mit. Die weltweit bekanntesten Kryptowährungen Bitcoin und Ethereum gaben aufgrund der Turbulenzen bei FTX den zweiten Tag in Folge  zweistellig nach.

Bitcoin fiel am Mittwoch zeitweise unter die Marke von 17.000 US-Dollar. Anfang November 2021 hatte Bitcoin noch auf einem Rekordhoch von 68.000 US-Dollar notiert, der Kurs hat seitdem um 50.000 US-Dollar nachgegeben. Ethereum fiel zeitweise unter die Marke von 1200 US-Dollar und hat binnen drei Tagen mehr als 30 Prozent seiner Marktkapitalisierung verloren.

"Normalerweise haben wir bei FTX Umsätze in Höhe von 20 bis 70 Millionen Dollar pro Tag", schrieb Bankman-Fried in einer Mitteilung an seine Mitarbeiter. "In den vergangenen 72 Stunden hatten wir in Summe etwa 6 Milliarden Dollar an Abhebungen." Die Möglichkeit, Geld bei FTX abzuheben, sei derzeit "pausiert".

FTX, Binance und Coinbase gehören zu den drei größten Krypto-Handelsplattformen in den USA. Weitere Wettbewerber auf dem Markt sind Crypto.com und Kraken. Die Krypto-Börse Coinbase ist selbst an der Börse notiert und hat seit Jahresbeginn rund 80 Prozent seines Börsenwertes verloren. Damit sind die Verluste bei Coinbase noch größer als bei der Krypto-Leitwährung Bitcoin selbst.

Krypto-Beben erreicht einen der schillerndsten Stars der Szene

FTX-Gründer und Krypto-Milliardär Bankman-Fried ging in seiner Mitteilung auch auf den möglichen Not-Deal mit dem Konkurrenten Binance ein. Noch sei nicht abschließend geklärt, welche Teile von FTX Binance übernehmen könne. Fest steht jedoch: Mit den Problemen bei FTX gehen neue Schockwellen durch die Kryptoszene. Das Krypto-Beben erwischt nun einen der schillerndsten Stars der Kryptoszene.

Pikant: Der in Not geratene FTX-Chef Bankman-Fried gehört zu den Topspendern der Demokratischen Partei. Für den Wahlkampf für die Zwischenwahlen in den USA (Midterms) spendierte Bankman-Fried den Demokraten rund 36 Millionen Dollar. Er gehörte damit laut der Plattform Opensource zu den Top Ten der Parteienspender in den USA. Bankmann-Fried war bereits im Präsidentschafts-Wahlkampf 2020 einer der größten finanziellen Unterstützer von Joe Biden.

Probleme von FTX bieten Binance-Chef "CZ" eine Chance

Die Übernahme von Teilen von FTX ist nicht der einzige strategische Schachzug, den Changpeng Zhao, in der Kryptobranche nur "CZ" genannt, zuletzt vorangetrieben hat. "CZ" ist mit einem Vermögen von rund 65 Milliarden Dollar einer der reichsten Menschen der Kryptoszene. Er baut an einem Ökosystem, das weit über die reine Kryptobörse hinausgeht, auf der nach Angaben des Unternehmers allein 2021 Assets im Wert von 3,4 Billionen Dollar gehandelt wurden.

Der stets im schwarzen Polohemd und Turnschuhen auftretende Chino-Kanadier Zhao hat sein Auge längst auch auf die Kommunikationskanäle geworfen, auf denen sich die Branche tummelt. Er hat Tesla-Gründer Elon Musk mit 500 Millionen Dollar bei der Übernahme des Kurznachrichtendienstes Twitter unterstützt - für Zhao eine wichtige strategische Investition.

Der 45jährige Kryptomilliardär Zhao sieht in der Twitter-Beteiligung ein langfristiges Investment in ein Produkt, das "für unsere Industrie enorm wichtig ist", wie er vor wenigen Tagen auf einer Technologiekonferenz in Lissabon betonte. Als Unternehmer sei es sein Interesse, die "Freiheit des Geldes" zu unterstützen. "Twitter ist der weltweite Marktplatz”, sagte er. Von Cryptotwitter über die Krypto-Community bis hin zur Politik tummelten sich hier wichtige Stakeholder. Ein potenziell also sehr lohnendes Investment.

la/mihec/mmo
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.