Immobilienkonzern unter Druck KPMG-Untersuchung von Adler dauert an

Der Immobilienkonzern Adler Group kommt weiter nicht zur Ruhe. Die laufende Sonderuntersuchung durch den Wirtschaftsprüfer KPMG zu den Vorwürfen der Investmentfirma Viceroy soll bis zum 25. März verlängert werden.
KPMG: Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft untersucht die Bilanzen des Immobilien-Investors Adler

KPMG: Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft untersucht die Bilanzen des Immobilien-Investors Adler

Foto: Reinhard Krause / REUTERS

Die Untersuchung der Bilanzen des Immobilien-Investors Adler durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG dauert an, nachdem die Prüfer dem Unternehmen zufolge bislang nicht aller Vorwürfe eines britischen Leerverkäufers widerlegen konnten. "Wir haben KMPG gebeten, die Sonderuntersuchung mit unserem Daten-Input bis zum 25. März zu verlängern", erklärte der neue Adler-Verwaltungsratsvorsitzende Stefan Kirsten (61) mit Blick auf die bereits im vergangenen Jahr begonnene Untersuchung. Adler hatte wegen der Prüfung die Veröffentlichung des Jahresabschlusses verschoben. "Wir (..) beabsichtigen, unter Berücksichtigung des Sonderprüfungsberichts, unseren Konzernabschluss 2021 in der letzten Aprilwoche zu veröffentlichen", erklärte Kirsten nun.

Die Aktien des Immobilien-Investors Adler Group haben am Freitagmorgen an Boden verloren. Die Anteilsscheine gaben in der Spitze um 4,6 Prozent auf 11,52 Euro nach, erholten sich dann aber wieder leicht.

Der britische Leerverkäufer Fraser Perring hatte dem Konzern im vergangenen Jahr unter anderem Täuschung und finanzielle Falschdarstellung vorgeworfen. Ein Netzwerk habe von Transaktionen zulasten von Aktionären und Anleihegläubigern profitiert, bei der Bewertung von Immobilien gebe es Mängel. Die Adler Group hatte in der Folge die KPMG eingeschaltet.

Die KPMG habe "einen ersten Entwurf einer Zusammenfassung der Sonderuntersuchung vorgelegt", teilte Kirsten weiter mit. "In Bezug auf die Transaktionen mit angeblichen nahestehenden Personen kann KPMG die Vorwürfe wegen der derzeit verfügbaren Daten nicht widerlegen", räumte er ein: "Insofern werden die Untersuchungen fortgeführt." In Bezug auf das Entwicklungsportfolio Adlers hätten die Prüfer auf "Bewertungsunterschiede hingewiesen, die wir nun gemeinsam eingrenzen", betonte Kirsten.

Adler war im vergangenen Jahr auch durch Investoren unter Druck geraten, die eine aus ihrer Sicht zu hohe Verschuldung der Adler Group kritisiert hatten. Adler hatte sich daraufhin von großen Immobilien-Paketen getrennt, die an die LEG Immobilien und den US-Finanzinvestor KKR gingen. Zugriff auf Adler-Aktien hat der deutsche Branchenprimus Vonovia. Der Wohnungskonzern hält rund 20,5 Prozent der Aktien des kriselnden Immobilien-Investors. Die Anteile seien von dem Investor Aggregate Holdings Invest S.A. gehalten worden und im Wege der Pfandverwertung auf Vonovia übergegangen, hatten die Bochumer mitgeteilt. Die Ausübung von Stimmrechten aus den Adler-Aktien durch Vonovia steht aber noch unter dem Vorbehalt der Kartellamtsfreigabe.

sio/reuters