Daten für Oktober Aufträge in der deutschen Industrie brechen erneut ein

Zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten haben deutsche Industriefirmen weniger Bestellungen an Land gezogen. Vor allem die Aufträge aus Ländern außerhalb der Euro-Zone gingen stark zurück.
Corona bremst die deutsche Wirtschaft: China (im Bild der Hafen von Shanghai) fährt wieder runter, das macht sich auch in Deutschland bemerkbar

Corona bremst die deutsche Wirtschaft: China (im Bild der Hafen von Shanghai) fährt wieder runter, das macht sich auch in Deutschland bemerkbar

Foto: JOHANNES EISELE/ AFP

Die von Materialengpässen und gestörten Lieferketten geplagte deutsche Industrie steht vor schwierigen Monaten: Ihr brachen im Oktober zum zweiten Mal binnen drei Monaten die Aufträge weg, was vor allem an der geringeren Nachfrage aus dem Ausland lag. Die Unternehmen zogen 6,9 Prozent weniger Bestellungen an Land als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Ökonomen hatten nur mit einem Rückgang von 0,5 Prozent gerechnet. Im September hatte es noch ein Wachstum in Höhe von 1,8 Prozent gegeben, das auf einen Einbruch von 8,8 Prozent im August folgte.

"Für die konjunkturellen Aussichten bedeutet der zweite starke Rückgang der Auftragseingänge innerhalb der letzten drei Monate einen weiteren Dämpfer", betonte das Bundeswirtschaftsministerium. Dafür spricht auch der Vergleich mit dem Vorjahresmonat: Hier sanken die Bestellungen um 1,0 Prozent und damit erstmals seit mehr als einem Jahr.

Für das schwache Abschneiden sorgte im Oktober die sinkende Auslandsnachfrage. Diese Bestellungen brachen um 13,1 Prozent zum Vormonat ein. Dabei sanken die Aufträge aus der Euro-Zone um 3,2 Prozent, während die aus dem restlichen Ausland um 18,1 Prozent nachgaben. Das Inlandsgeschäft wuchs dagegen um 3,4 Prozent.

Umsatz im Oktober gestiegen

"Das Infektionsgeschehen in Asien macht sich nun bemerkbar", sagte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. Dahinter dürfte sich vor allem China verbergen. "Neuerliche Lockdowns in Asien bremsen hierzulande die Industrie aus", sagte Gitzel. "Die gegenwärtige Viruswelle ist damit eine neuerliche Belastung für die Weltwirtschaft."

Besser entwickelte sich der Umsatz in der Industrie: Die realen Einnahmen lagen im Oktober um 3,6 Prozent höher als im Vormonat. Im Vergleich zu Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland, war der Umsatz um 7,1 Prozent niedriger.

Die Auftragsbücher der Industrie sind zwar immer noch prall gefüllt. Wegen Engpässen bei Rohstoffen und Materialien wie Mikrochips klemmt aber die Produktion. Auch deshalb wird der Aufschwung im zu Ende gehenden Jahr nach Prognose der Bundesregierung eine Nummer kleiner ausfallen als ursprünglich gedacht. Sie senkte ihre Wachstumsprognose auf 2,6 Prozent von zuvor 3,5 Prozent. 2022 soll es zu einem Plus von 4,1 Prozent reichen, 2023 dann zu 1,6 Prozent.

mg/Reuters
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