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Kluge Kürzel

XML: Der neue Internet-Standard erfüllt das Netz mit Sinn.
aus manager magazin 2/2001

Im vergangenen November spickte Microsoft-Gründer Bill Gates seine Rede auf der Comdex-Computermesse in Las Vegas mit drei Buchstaben: XML. Dieser Übertragungsstandard im World Wide Web soll die Grundlage bilden für die zukünftigen internetfähigen Software-Produkte von Microsoft. Spätestens seit dieser Ankündigung steht fest: XML hat das Zeug, zur neuen Universalsprache des Internets zu werden.

Was bedeutet XML?

XML steht für Extensible Markup Language. Es handelt sich um eine Norm für die Programmierung von Internet-Inhalten, ähnlich wie der gängige HTML-Standard (Hypertext Markup Language). XML wie auch HTML ermöglichen es, über das Internet verschickte Datenpakete als Web-Seite auf dem Bildschirm darzustellen.

Was kann XML?

Bei HTML und auch bei XML werden die Informationen über die korrekte Darstellung der Daten in Form von so genannten Tags übermittelt, das sind kurze Software-Befehle. Bei HTML enthalten die Tags lediglich Informationen über die Optik der Seite: Hier soll ein Bild hin, dort ein Absatz. Bei XML können die Tags zusätzlich Informationen über den Inhalt der Seite enthalten. Ein kleiner, aber revolutionärer Unterschied.

Wozu soll XML gut sein?

Ein Beispiel: Wer im Internet nach einer bestimmten Ware zu einem bestimmten Preis sucht, kann den Namen des gesuchten Produkts in eine Suchmaschine eingeben. Die Suchmaschine zeigt daraufhin alle Dokumente an, in denen der Begriff genannt wird. Es können jedoch auch Seiten darunter sein, die das Produkt nur erwähnen, ohne es zu verkaufen.

Mit XML könnte nun jede im Internet angebotene Ware mit dem Tag "Produkt" und die dahinter stehende Zahl mit dem Tag "Preis" versehen werden. Die Suchmaschine der Zukunft erkennt diese Tags und zeigt nur noch jene Seiten an, die das Produkt wirklich zum gewünschten Preis verkaufen.

Lässt sich mit XML

Geld verdienen?

Der Internet-Handel zwischen Unternehmen könnte eines Tages dank XML weitgehend automatisch funktionieren. Durch die XML-Tags weiß der Computer des Einkäufers, welches Unternehmen für ein Produkt die besten Konditionen in Sachen Preis, Qualität und Liefertermin anbietet. Ebenfalls mit Hilfe der Tags lassen sich die Daten ohne Schnittstellenproblem ins interne Computersystem des Unternehmens einspeisen.

Wo liegt das Problem?

XML kann seinen Nutzen nur entfalten, wenn es sich als weltweiter Standard durchsetzt und die Bezeichnungen der Tags einheitlich geregelt werden. Wenn ein Unternehmen seine Ware als "Artikel" kennzeichnet, der Käufer aber nach dem Tag "Produkte" sucht - dann ist der wichtigste Vorteil von XML dahin.

Bill Gates hat XML zur Grundlage seiner Internet-Strategie gemacht. Es wäre nicht das erste Mal, dass es ihm gelingt, einem Software-Standard zum Durchbruch zu verhelfen. u

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