Samstag, 24. August 2019

Lächelnd nach oben ... oder doch lieber Kante zeigen? Was bei der Führungskräfte-Auswahl schief läuft

"Nimm den bloß nicht ... der ist anstrengend": Manchmal warnt die innere Stimme im Bewerbungsgespräch - doch der glatteste Bewerber ist nicht immer der beste

Marktmanipulation, Manager-Prozesse, Machtspiele in der Öffentlichkeit. Fehlentscheidungen, Führungskrisen, fragwürdige Personalbesetzungen - der Eindruck verstärkt sich: Werden Haltungsschäden in der Wirtschaft langsam chronisch? Es scheint wohl immer weniger Führungspersönlichkeiten mit Haltung zu geben. Menschen, die den Mut haben, auch gegen den Strom zu schwimmen, für ihre Überzeugungen einzustehen, Vordenker zu sein und einer Vorbildfunktion gerecht zu werden. Heute macht man offensichtlich leichter Karriere, wenn man "rund" und angepasst ist.

Das gilt für alle Menschen, die Verantwortung für Inhalte und für strategische Entscheidungen übernehmen.

Dabei brauchen wir heute mehr denn je Führungskräfte, von denen wir lernen können, wie wir in unserer komplexen, schnelllebigen Welt nachhaltig gute Entscheidungen treffen und somit eine Richtung für die Zukunft vorgeben.

Keine Angst vor der Wahrheit - auch wenn sie unbequem ist

Wir brauchen Menschen, die sich nicht scheuen, die Wahrheit zu sagen - auch wenn diese unbequem sein mag - und die mutig für das eintreten, was für sie richtig und wichtig ist, auch wenn es zu ihrem Nachteil sein könnte. Denen es um Gerechtigkeit und das Ausloten aller denkbaren Möglichkeiten, auch jenseits ihrer Karriereambitionen, geht und die somit nicht in erster Linie die Erweiterung ihrer persönlichen Macht im Fokus haben. Gibt es die überhaupt (noch)?

Es gibt sie. Doch oft sind sie gerade in hierarchisch geprägten Strukturen und Unternehmen nicht gewollt. Obwohl Charakterstärke erkannt und insgeheim bewundert wird, vermeiden es Chefs und Personalverantwortliche in letzter Konsequenz oft, genau diesen Persönlichkeiten Machtpositionen zu geben und sich somit auch mit der Klarheit ihrer Worte und ihrer Haltung auseinandersetzen zu müssen.

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung