Donnerstag, 12. Dezember 2019

Acht Profi-Tipps für Bewerber So überzeugen Sie im Vorstellungsgespräch

imago images/Westend61

1. Die Vorbereitung - Richtig ist besser als (zu) gründlich

Dass Sie gut vorbereitet in ein Vorstellungsgespräch gehen sollten, ist eine Binsenweisheit. Wie aber funktioniert eine richtige und gute Vorbereitung? In jedem Fall sollten Sie die Homepage mit allen Informationen, sozusagen vom ersten bis zum letzten Link/Ordner, gelesen haben.

Jens Hohensee
  • Copyright: BCG
    BCG
    Als Director Career Services bei der Boston Consulting Group (BCG) kümmert Jens Hohensee sich um alle ausscheidenden Kolleginnen und Kollegen. Auch alle Ehemaligen können seine Beratung in Anspruch nehmen. Vor seiner Zeit bei BCG war der studierte Geschichts- und Politikwissenschaftler sowie Arabist bei Kienbaum und Heidrick & Struggels tätig.

Informieren Sie sich per Internet-Recherche über die auf der Homepage aufgeführten Personen, in der Regel das Management, also Vorstand oder Geschäftsführung. Dies schließt selbstverständlich Ihre Gesprächspartner im Vorstellungsgespräch mit ein, insbesondere dann, wenn sie nicht auf der Homepage vertreten sein sollten. Hier helfen XING oder LinkedIn. Der Einwand, dann würde der Gesprächspartner ja merken, dass man seine Seite auf einem der beiden Foren besucht hat, zielt ins Leere: im Gegenteil, er oder sie merkt, dass Sie sich gezielt auf das Gespräch vorbereitet haben. Sie können sogar vor Ort darauf Bezug nehmen: "Ich habe Ihrem Xing-/LinkedIn-Profil entnommen, dass."

Ebenso sollten Sie natürlich den Geschäftsbericht, sofern vorhanden, gelesen und sich potenzielle Fragen hierzu überlegt haben, idealerweise strategische Fragen (siehe unten). Eine Recherche zu Presseartikeln über das Unternehmen aus den vergangenen sechs bis zwölf Monaten rundet die Vorbereitung auf den Vorstellungstermin ab.

Lesen Sie auch: So überzeugt Ihr Lebenslauf

Insgesamt gilt: Tue Gutes, aber rede vor allem darüber. Hilfreich sind also Sätze wie "Ich habe in der Presse gelesen, dass" oder "In Ihrem Geschäftsbericht steht" Wenn Sie top vorbereitet sind, jedoch das "Klappern", das zu jedem Handwerk gehört, vernachlässigen, schöpfen Sie leider nicht das komplette Potenzial in einem solchen Gespräch aus.


Sehen Sie auch: Wo junge Ingenieure am liebsten anheuern

Video abspielen
Bild: Getty Images


Dass Sie Ihren beruflichen Werdegang nochmals in allen Einzelheiten haben Revue passieren lassen, dass Sie sich nochmals vergegenwärtigt habe, wer oder was sie in Ihrer Karriere geprägt hat, dass Sie sich auf mögliche Fragen nach Wechseln, Motivationen, ggf. Lücken vorbereitet haben, versteht sich von selbst. Üben Sie auch vor dem Spiegel den berühmten "Elevator Speech", also die knappe, konzise Vorstellung Ihres Werdegangs innerhalb der Fahrt in einem Fahrstuhl, also in maximal 60 Sekunden. Achten Sie dabei auf Mimik und Gestik. Oder trainieren Sie diese Kurzfassung mit Ihrem Partner und lassen Sie sich anschließend Feedback zu Stringenz sowie Auftreten und Wirkung geben.

Denken Sie bitte aber auch immer daran, dass ein Vorstellungsgespräch eine Live-Veranstaltung darstellt und Sie nicht auf alle Eventualitäten vorbereitet sein können. Ein gewisses Maß an Gelassenheit und der berühmte Mut zur Lücke können Ihnen helfen, dass Sie sich natürlich, plausibel und vor allem zur Position passend präsentieren.

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung