Sonntag, 22. September 2019

Acht Profi-Tipps für Bewerber So überzeugen Sie im Vorstellungsgespräch

4. Teil: Die Erfolgsfaktoren - Stringenz, Klarheit und Plausibilität

imago images/Westend61

"Verhalten Sie sich authentisch!" lautet ein häufig zu lesender Rat in Handbüchern. Was jedoch genau ist darunter zu verstehen? Und, noch zugespitzter gefragt: ist das überhaupt sinnvoll? Folgen wir Rainer Niermeyer und seinem Buch "Mythos Authentizität", dann ist ein authentisches Verhalten ohnehin nicht möglich, da wir permanent eine Position einnehmen, uns in einer Rolle befinden: die des Mitarbeiters, des Vorgesetzten und in einem Vorstellungsgespräch eben auch die des Kandidaten.

Viel wichtiger ist es hingegen, beispielsweise bei der Darstellung des Werdegangs die Motivation eines Wechsels plausibel und überzeugend zu erläutern sowie die Stringenz Ihrer Karriereplanung herauszustreichen. Lassen Sie dabei wie bei allen anderen Schilderungen immer Offenheit und Transparenz walten, ein geschulter Interviewer wird eine allzu gedehnte Wahrheit rasch erkennen.

Versuchen Sie dennoch, den, zugegeben, schmalen Grat zwischen offener, transparenter Darstellung und einem hohen und notwendigen Maß an Selbstvermarktung stets souverän zu beschreiten. Denn eines ist klar: das Vorstellungsgespräch ist wie eine Bühne, auf die natürlich deutlich weniger Zuschauer als im Theater ihre Augen richten,

Das behagt Ihnen nicht? Sie wollen nicht wie ein Schauspieler agieren? Machen Sie sich klar: Das macht die Gegenseite auch bis zu einem gewissen Grad. Auch Ihre Interviewpartner werden sich ins Zeug legen und die Vorzüge des Unternehmens und der Position, um die es geht, in den schönsten Farben darstellen und gleichsam die Geigen erklingen lassen, sobald sie merken, dass Sie die/der Richtige sind. Wenn Ihnen das Bild des Schauspielers nicht behagt, sehen Sie es ökonomisch: Sie sind in einem Vorstellungsgespräch Vertriebler und Produkt in einem, verkaufen und präsentieren Sie sich im besten Licht!

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