Samstag, 20. Juli 2019

Apple-Chef vorläufig umbenannt Tim Apple, treffen Sie Herbert Volkswagen

Tim Cook mit "Tim Apple"-Twitter-Profil (Montage)

Tim Cook war einmal. Der Apple-Chef heißt jetzt der Einfachkeit halber Tim Apple. Seinen Twitter-Account hat er schon umbenannt, nachdem Donald Trump ihn am Mittwoch vor der Presse so bezeichnet hatte: "Wir wissen das sehr zu schätzen, Tim Apple." Früher hatte er schon einmal die Chefin des Rüstungskonzerns Lockheed Martin als "Marillyn Lockheed" begrüßt.

Respektlos? Ach was. Tim Cook freut sich vermutlich jedes Mal, wenn er nicht mit "Steve Jobs" angeredet wird. Und es gibt wirklich Schlimmeres: Andere, die auch schon das Attribut "Topmanager" trugen, laufen unter dem Beinamen "Arschloch" - und das auch nur bei den wenigen, die noch im Knast zu ihnen halten.

Für Apple Börsen-Chart zeigen ist es jedenfalls großartig, um - falls das noch nötig sein sollte - den Markenwert zu steigern. Und für uns Verbraucher macht es die komplizierte Welt der Wirtschaft so viel anschaulicher. Man denke an Vorbilder aus dem Kinderfernsehen wie "Bob, der Baumeister" - der Name beschreibt schon die Rolle. Niemand muss sich Vorname, Nachname, Titel, Funktion merken und das alles dann auch noch in einen sinnvollen Zusammenhang setzen.

Also, das sollte Schule machen: Herbert Volkswagen könnte jeden Zweifel an seiner Wolfsburger Street Credibility ausräumen.

Guido Thyssenkrupp würde gleich viel stählerner wirken - na gut, nicht ganz so wie sein Vorvorgänger, der "Eiserne Ekki", aber vielleicht könnte er qua Amt auch dessen Vornamen übernehmen. Guido klingt dann doch ein bisschen zu weich.

Christian Deutsche Bank hätte zwar immer noch einen Haufen Probleme, aber jedenfalls nicht mehr, dass sein voller Name auf Englisch "christliches Nähen" bedeutet.

Tom Airbus ist sowieso der Überflieger, dem man doch gerne alle Schulden erlässt.

Den Luftraum streitig machen würde ihm natürlich Carsten Lufthansa.

Markus Covestro, Matthias Lanxess oder Peer Qiagen würden vielleicht die Kunstnamen ihrer Firmen bedauern, aber das hätten andere zu verantworten.

Ein kleines praktisches Problem ergäbe sich natürlich bei Personalwechseln. Wenn Kasper Henkel plötzlich mit Kasper Adidas begrüßt werden muss und an seiner Stelle ein Hans Henkel sitzt, ist das gewöhnungsbedürftig - so, wie wenn jemand heiratet und seinen Nachnamen ändert. Was ein männlicher CEO natürlich nie tun würde, Frauentag hin oder her. Also, so lange solche Wechsel nicht zu oft geschehen, alles noch vom menschlichen Gehirn zu verarbeiten.

Die Antwort "gern geschehen, Donald USA" wäre aber wohl zu viel der Ehre.

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