Sonntag, 17. November 2019

Autozulieferer schließt Lücke im Vorstand Neuer Grammer-Chef kommt von Knorr-Bremse

Grammer-Werk in Amberg in Bayern: Der Autozulieferer komplettiert seine Führungsriege.

Ein Jahr nach der Übernahme des bayerischen Autozulieferers Grammer durch ein chinesisches Unternehmen und dem Rücktritt des gesamten Vorstands wird die Führungsriege im August wieder komplett sein. Der Aufsichtsrat berief Thorsten Seehars zum neuen Vorstandschef, wie Grammer am Donnerstag mitteilte.

Der 46-jährige Wirtschaftsingenieur arbeitet noch in der Geschäftsführung des Nutzfahrzeugzulieferers Knorr-Bremse und soll sein neues Amt in Amberg zum 1. August antreten. Zuvor war Seehars lange für den US-Autozulieferer BorgWarner tätig. "Wir gewinnen mit ihm eine international sehr erfahrene Führungskraft und einen ausgewiesenen Automobilexperten", sagte Grammer-Aufsichtsratschef Klaus Probst.

Die 13.000 Grammer-Beschäftigten bauen Mittelkonsolen für Autos und Sitze für Traktoren und Baumaschinen. Das Unternehmen war in einer Abwehrschlacht gegen die umstrittene Investorenfamilie Hastor im August 2018 von dem chinesischen Autozulieferer Ningbo Jifeng übernommen worden. Kurz darauf waren der langjährige Vorstandschef Hartmut Müller und Finanzvorstand Gérard Cordonnier zurückgetreten.

Der damalige Technikvorstand und inzwischen kommissarische Vorstands- und Finanzchef Manfred Pretscher scheidet zum 31. August aus dem Unternehmen aus, ein halbes Jahr später als von ihm zunächst geplant. Technikvorstand ist nun Jens Öhlenschläger, Finanzchefin wird zum 1. August Jurate Keblyte. Im laufenden Jahr erwartet Grammer 2,1 Milliarden Euro Umsatz und mehr als 50 Millionen Euro Gewinn vor Zinsen und Steuern.

cr/dpa

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