Mittwoch, 16. Oktober 2019

Die Kunst, aus Zielen Erfolge zu machen So werden Sie 2018 erfolgreich

Die sollten Sie vermeiden: Zehn mentale Erfolgsbremsen
DPA

2. Teil: Was Sie ganz praktisch für den Erfolg tun können

Ich habe meine Kollegen aus dem Netzwerk für Positive Psychologie in der Wirtschaft gefragt, welche guten Beispiele aus ihrer Praxis sie Ihnen mit auf den Weg ins neue Jahr geben möchten. Hier sehen Sie die Antworten im Überblick:

  • Überprüfen Sie den richtigen Zeitpunkt für Ihr Ziel
    Gina Schöler, "Ministerin" im Ministerium für Glück und Wohlbefinden, weist darauf hin, zu prüfen, ob Sie wirklich das richtige Ziel verfolgen. Eine ihrer Workshop-Teilnehmerinnen bemerkte, dass ihr der Antrieb für die nächsten beruflichen Schritte fehlt. Sie wollte sich für mehr Motivation in Sachen Arbeitsorganisation einsetzen, doch tat es nicht. Im Laufe des Seminars erkannte sie, dass der Schuh sie ganz woanders drückt. Sie hatte den Tod eines wichtigen Menschen nicht gebührend verarbeitet und das raubte ihr insgeheim Kraft. Dies war nun zuerst dran. Der Weg zum Ziel scheint manchmal ein Umweg zu sein, dennoch ist es wichtig, ihn zu gehen.
  • Überlegen Sie einen konkreten Plan zur Zielerreichung
    Kai Ludwigs, Geschäftsführer des Forschungsinstitutes Happiness Research Organisation schlussfolgert aus der Auswertung einer Pilotstudie, dass die Umsetzung der Ziele ganz konkret vorgedacht sein müsse. Die Teilnehmer sollten ihre Ziele nach der Formulierung in einen Plan für die ideale Zeitverwendung überführen und dann entsprechend leben. Ergebnis: Fast 80 Prozent der Teilnehmer, die sich dafür entschieden, gaben später an, ihre Ziele erreicht zu haben.
  • Wenn Sie glauben, Sie schaffen es, werden Sie es schaffen
    Justine Lagiewka, Karrierecoach und Inhaberin von Good Work Good Life, betont, dass Menschen, die davon überzeugt sind, die absolut richtige Besetzung für eine Position zu sein und genau deshalb den Job zu bekommen, dieses konkrete Ziel oft erreichen. Weil eine negative Vision in ihren Gedanken gar nicht existiert. Ihre Klientin, eine Eventmanagerin, wollte unbedingt für einen bestimmten Künstler arbeiten. Trotz der ersten Absage war sie sich ihrer Sache sicher. Sie blieb weiterhin in regelmäßiger Kommunikation mit dem Headhunter. Als nach zwei Monaten die eingestellte Mitarbeiterin kündigte, erhielt die Eventmanagerin ihre Chance.
  • Machen Sie es sich leicht, anzufangen
    Oliver Haas, Begründer von Corporate Happiness, berät Unternehmen in Sachen Glückswachstum. Er betont die Bedeutung der ersten 20 Sekunden beim Ausführen einer Tätigkeit. In dieser Zeit braucht unser Gehirn eine Aktivierungsenergie, um loslegen zu können. Sein Klient hatte als Abteilungsleiter einer Bank durch Stress und unregelmäßiges Essen an Gewicht zugelegt. Er entschied, etwas für seine Gesundheit zu tun und dafür dreimal wöchentlich morgens joggen zu gehen. Um sein Ziel leichter zu erreichen, deponierte er konsequent seine Sportsachen am Abend direkt vor dem Bett, so hatte sein Gehirn keine Zeit in der Früh nach einem Plan B zu suchen. Mit diesem "Trick" gelang es ihm, langfristig abzunehmen.
  • Stehen Sie verbindlich zu Ihren Zielen
    Viktor Vehreschild ist Psychologe im Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung. Seine Erfahrung ist, dass Ziele eher umgesetzt werden, wenn wir mit anderen darüber sprechen. Einer seiner Klienten hatte der als Investmentbanker häufig keine Pausen gemacht, am Arbeitsplatz zu Mittag gegessen und dabei weiter gearbeitet. Er fühlte sich zunehmend erschöpft und angespannt. Als er von der Burnout-Erkrankung eines alten Kollegen hörte, wollte er stärker auf seine Gesundheit achten. Der erste Schritt sollten jeden Tag 30 Minuten Pause und an die frische Luft gehen sein. Er weihte seine Kolleginnen und Kollegen von Anfang an ein. So hat er nicht nur die eigene Verbindlichkeit seinem Vorhaben gegenüber gesteigert, sondern konnte sich auch über hilfreiche Unterstützung und sanfte Erinnerungen freuen. Mit Unterstützung geht es leichter.
  • Bleiben Sie dran
    Meine Erfahrung ist, dass Menschen zu schnell aufgeben, wenn etwas nicht sofort klappt. Ich habe den Abteilungsleiter einer Versicherung auf dem Weg zu einer Gehaltserhöhung begleitet. Nachdem im ersten Jahr kein Weg hinzuführen schien, weil die Möglichkeiten innerhalb seiner Gehaltsgruppe ausgeschöpft waren, führte er im Folgejahr immer wieder Gespräche mit dem direktem Vorgesetzten und der Geschäftsführung. Er verbesserte seine Argumentation und blieb so lange dran, bis schließlich ein weiteres Jahr später die Stellenbeschreibung und damit Eingruppierung geändert und die Gehaltsverbesserung möglich wurde.
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