Dienstag, 18. Juni 2019

Der innere Jammerlappen Früher Freund, heute Feind

Trauern gehört dazu: Aber es kann auch das Aufstehen erschweren

2. Teil: "In den Hintern treten"

mm: Jeder kann sich selbst in den "Hintern treten" - doch wie schafft man das nachhaltig?

Fischedick: Sich selbst "in den Hintern treten" ist eine Art von der Stelle zu kommen. Das impliziert, dass man keine Lust hat sich zu bewegen, dass es keinen inneren Wunsch gibt los zu gehen. Viel spannender und in meinen Augen wirkungsvoller ist es, sich selbst ein so attraktives Ziel zu setzen, dass man wie magisch davon angezogen wird und sich wie von selbst darauf zu bewegt. Auch hier ist es wieder entscheidend die eigenen Werte zu kennen, denn nur dann kann man Visionen entwickeln, die anziehend sind. Entscheidend ist hierbei zu erkennen, was wirklich die eigenen Ziele sind und welche wir von anderen übernehmen, weil "man" solche Ziele haben muss. Je konkreter, greifbarer und bildhafter wir uns unser Ziel ausmalen, desto anziehender wirkt es. Niemand anderes kann uns langfristig motivieren außer wir selbst. Im Wort "Motivation" steckt die Essenz dessen, was ich eben beschrieben habe, es ist das Wort "Motiv". Wenn wir ein für uns attraktives Motiv haben ein Ziel zu erreichen, dann werden wir es schaffen -ganz ohne uns in den Hintern zu treten.

mm:Welche Rolle spielt dabei der Alltag - auch Entscheider haben ja bestimmte Routinen, die nerv tötend sein können.

Fischedick: Routinen sind nur nerv tötend, wenn wir den Sinn nicht sehen. Als Kind finden wir es lästig jeden Abend die Zähne zu putzen. Wenn wir dann die ersten Löcher hatten und uns klar wird, dass wir durch regelmäßiges Zähneputzen schmerzhafte Zahnarztbesuche vermeiden können, dann putzen wir uns vielleicht nicht gerne die Zähne aber wir finden es zumindest nicht mehr ganz so nervig. Es ist deshalb durchaus sinnvoll Routinen immer wieder zu hinterfragen: Gibt es bestimmte Arbeitsabläufe, weil sie tatsächlich Sinn machen oder ist das einzige Argument dafür "das haben wir schon immer so gemacht!". Wenn es keinen erkennbaren Sinn gibt, dann sollten die entsprechenden Routinen angepasst oder sogar ganz abgeschafft werden.

Das exklusive Netzwerk für Führungskräfte: Direkt zur manager lounge

Seite 2 von 2

© manager magazin 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung