Mittwoch, 13. November 2019

Sieben Thesen für ein gutes 2019 Warum Sie sich lieber Glück als Erfolg vornehmen sollten

Glück statt Erfolg: Sieben Thesen für ein gutes 2019
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Ilona Bürgel
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    Die Psychologin Ilona Bürgel zählt zu den führenden Vertretern der Positiven Psychologie im deutschsprachigen Raum. Wie ein roter Faden zieht sich die Einladung zu einem Perspektivwechsel durch ihre Arbeit - weg von der Fixierung auf äußere Bedingungen in unserer sich ständig ändernden Welt, hin zum guten Umgang mit sich selbst. Sie will aufzeigen, wie der Spagat zwischen Lust auf Leistung und Erhalt der eigenen Ressourcen gelingen kann. Nach 15 Jahren in Führungspositionen ist sie heute Referentin, Beraterin, Autorin und Kolumnistin. Sie wurde vom Ministerium für Wirtschaft und Energie als Vorbildunternehmerin ausgezeichnet. Ilona Bürgel lebt und arbeitet in Dresden und im dänischen Århus. Der Glückssuche geht sie in einer aktuellen Blogparade nach, die Sie hier finden.

In den meisten Unternehmen gibt es rund um den Jahreswechsel die neuen Zielkriterien. Manchmal individuelle, manchmal für die Teams. Gemeinsam ist meist, dass sie höher sind als im letzten Jahr. Erfolgreich zu sein führt dazu, noch erfolgreicher sein zu wollen. Auch privat sind wir ähnlich unterwegs. Das scheint so normal, dass wir es gar nicht mehr in Frage stellen. Ich möchte Ihnen die Fürs und Widers veranschaulichen und eine Lanze für das Glück brechen.

Zunächst einmal stellt sich die Frage, woran wir unseren Erfolg messen. In unserer Kultur sind gängige Kriterien am Einkommen, Verkaufszahlen, Titel, Veröffentlichungen, Preisverleihungen. Abgesehen davon, dass wir in einer Zeit des ständigen Wandels leben und auch Erfolgskriterien sich wandeln, ist Erfolg schwer vorhersehbar.

Natürlich können wir von klein auf fleißig lernen und üben, damit wir gute Noten bekommen, die uns dann ein bestimmtes Studium oder Lehre ermöglichen. Später folgen vielleicht weitere Qualifikationen, ein Doktortitel, die zu einem angestrebten Job führen. Sind wir in ihm erfolgreich - was anhand von Zahlen und Feedbacks gemessen wird - steigen wir auf der Karriereleiter weiter nach oben.

Selbständige müssen sich einerseits immer wieder neu definieren und ihre Talente leben - andererseits suggerieren viele neue Marketing- und Selbstoptimierungstheorien, dass alles und immer mehr möglich ist. Wenn man sich nur richtig positioniert, ein Kundenbedürfnis einzigartig erfüllt, ein eigenes Buch auf dem Markt platziert und Beiträge veröffentlicht. Schon schießt die Karriere - angeblich! - durch die Decke.

Hier sind, pünktlich zum neuen Jahr, sieben Thesen, die Sie für sich prüfen sollten - um dann die richtigen Prioritäten zu setzen::

Investieren Sie in Glück und Erfolg gleichzeitig, indem Sie in sich investieren, in Ihr Wohlbefinden und Ihre Lebensfreude. Freude ist mein Erfolgskriterium: Sie macht stets glücklich. Freude kann ich selbst beeinflussen: durch meine Wahl, was und wie ich es tue. Durch meine Haltung und meine Selbstfürsorge, um körperlich und geistig in einem Zustand zu sein, der Freude leichter möglich macht. Die Freude, dass der Himmel blau ist und mir jemand ein Lächeln schenkt, bekomme ich gratis dazu. Ich muss nur die Augen dafür öffnen. Ich weiß außerdem: mit Freude und im Glück zu arbeiten, wird zu anderen Ergebnissen führen. Egal, was das neue Jahr bringt, wir haben immer uns. Darauf können wir setzen.

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