Dienstag, 25. Juni 2019

Interaktive Europakarte - Programmierer aus Polen, Service aus England Aus diesen Ländern rekrutieren Firmen ihre Fachkräfte

Fachkräftemangel: Aus welchen Ländern werden die Fachkräfte rekrutiert?

Zu wenig Fachkräfte auf dem deutschen Markt: Deutsche Mittelständler rekrutierten Fach- und Führungskräfte vermehrt im Ausland, wie eine LinkedIn-Studie ergab. Die Europakarte zeigt, welche Fähigkeiten aus welchen Ländern nach Deutschland kommen.

Der Wettbewerb deutscher Unternehmen um Fachkräfte verlagert sich vom heimischen Arbeitsmarkt ins europäische Ausland. Fast zwei Drittel (61 Prozent) der Unternehmen bis 500 Mitarbeiter finden zu wenig Qualifizierte am heimischen Markt. So lautet ein Ergebnis einer Studie, die das Businessnetzwerk LinkedIn in Kooperation mit Bitkom Research unter fast 1000 Entscheidern in Personal- oder Management-Rollen erstellt hat.

Und der Wettbewerb um die besten Kräfte nimmt zu: Vor drei Jahren taten sich noch weniger als die Hälfte (49 Prozent) der Mittelständler schwer, Fach- und Führungskräfte zu gewinnen - inzwischen melden zwei von drei mittelständischen Unternehmen Probleme bei der Rekrutierung.

"Beinahe drei Viertel der befragten Mittelständler haben sich in den vergangenen Monaten damit beschäftigt, im Ausland zu rekrutieren. Aber auch 42 Prozent der Großunternehmen planen, ausländische Mitarbeiter einzustellen", sagt Barbara Wittmannn Direktorin Talent Solutions bei LinkedIn. Bei der Auslands-Rekrutierung werde zudem auch verstärkt auf soziale Medien gesetzt.

Die Studie zeigt außerdem, dass Großunternehmen (mehr als 500 Mitarbeiter) bereits Wege gefunden haben, mehr Fachkräfte für sich zu gewinnen: Während aus dieser Gruppe im Jahr 2013 noch drei Viertel einen Mangel attestierten, sehen diesen aktuell nur noch etwas mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Befragten. "Die Rekrutierungsstrategien der großen Unternehmen tragen Früchte", sagt Wittmann, . "Je mehr gute Leute diese Unternehmen allerdings finden, desto härter wird der Wettbewerb um Fach- und Führungskräfte für den Mittelstand."

Die interaktive Europakarte zeigt, aus welchen Ländern Fachkräfte verschiedener Qualifikationen überwiegend rekrutiert werden - vereinfacht gesagt, aus welchen Ländern welche Fähigkeiten auf den deutschen Arbeitsmarkt kommen.

Programmierer sind im EU-Ausland leichter zu finden

Hauptsächlich werden ausländische Fachkräfte für die Tätigkeitsbereiche IT und Telekommunikation, Controlling, Einkauf und Vertrieb rekrutiert, so die Studie. Vor allem Berufseinsteiger und Young Professionals (bis zu fünf Jahre Berufserfahrung) sind für die Unternehmen interessant.

Stark gefragte Qualifikationen wie Digitalkompetenz, Wissensmanagement und Big Data-Skills sind im Inland wie im Ausland etwa gleich schwer zu finden. Programmierer hingegen findet über ein Viertel (27 Prozent) der Befragten "sehr leicht" im Ausland - lediglich 15 Prozent geben diese Wertung für die Suche in Deutschland.

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