Mittwoch, 13. November 2019

Methoden für Job und Alltag Wie Sie bessere Entscheidungen treffen

7. Teil: Die Consider-all-Facts-Methode

Komplexe Entscheidung: Der Hauskauf hat weitreichende Konsequenzen für Finanzen und Leben

Der britische Kognitionswissenschaftler und Schriftsteller Edward de Bono schlägt mit seiner Consider-all-Facts-Methode in eine ähnliche Kerbe wie die Entscheidungsmatrix.

Wie der Name erahnen lässt, beginnt die Entscheidungsfindung auch bei dieser Methode mit einer Liste aller relevanten Faktoren - und zwar wirklich aller! Ausnahmslos. Die Größe der daraus resultierenden Liste hängt von der Komplexität und Tragweite der Entscheidung ab. Die kann aber mitunter lang, sehr lang werden.

Ein Beispiel: In die Überlegung, welches Haus gekauft werden soll, fließen viele Facetten mit ein: Preis der Immobilie, Möglichkeiten zur Finanzierung, Größe, Lage, Anbindung, Aufteilung der Zimmer, Art der Heizung, letzte Sanierung, direkte Nachbarn, Freizeitmöglichkeiten in der Umgebung, Entfernung zum Arbeitsplatz und zur Schule für die Kinder … De Bonos Kerngedanke war: Je mehr Faktoren und Informationen zu jeder Möglichkeit vorliegen, desto klarer und eindeutiger wird das Bild. Natürlich hat auch der Wissenschaftler erkannt, dass es wichtige und unwichtige Faktoren gibt, die in der Liste durch ihre Reihenfolge dargestellt werden können: Wichtiges kommt zuerst, Zweitrangiges und kleinere Punkte finden sich am Ende der Consider-all-Facts-Methode wieder. Am Rand jeder Seite sollten Sie zudem Platz für Ihre Anmerkungen und Bewertungen lassen.

Doch wie lässt sich aus einer solch riesigen Liste überhaupt noch eine vernünftige Entscheidung ableiten? Ganz einfach, indem man jede Alternative anhand der gesammelten Faktoren überprüft und vergleicht (und dies am Rand notiert). Welche Punkte werden erfüllt? Welche Kriterien bleiben offen und wie wichtig sind diese? Wo liegen die Vor- und Nachteile der einzelnen Alternativen?

Mit so einer Liste kann auch im obigen Beispiel des Häuserkaufs mit vielen Variablen eine Entscheidung getroffen werden. Dieser Auswahlprozess zeigt jedoch die gleiche Problematik, an der auch die Entscheidungsmatrix krankt: Nur eine wirklich vollständige Liste aller relevanten Faktoren kann ein korrektes Bild ergeben.

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