Mittwoch, 20. November 2019

Methoden für Job und Alltag Wie Sie bessere Entscheidungen treffen

12. Teil: Die Entscheidungsfragen

Qual der Wahl: Die richtigen Entscheidungsfragen können helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen

Nicht immer müssen es ausgeklügelte Methoden sein, um eine Entscheidungshilfe zu liefern. Zugegeben, einige davon sind nützlich, um Wahlhemmungen zu überwinden oder sich über mögliche Folgen klar zu werden. Es geht aber auch einfacher und weniger grafisch - mit sogenannten Entscheidungsfragen, die festgefahrenen Gedanken wieder Mobilität einhauchen und ein Hybrid aus allen Methoden darstellen:

Bin ich ehrlich zu mir selbst? Die objektiv betrachtet beste Entscheidung ist leider nicht immer gleichzeitig auch einfach oder beliebt. Vielleicht stellt man fest, dass man sich in eine Sackgasse entwickelt hat, aus der es nur durch den Rückwärtsgang wieder hinausgeht. Eine solche Erkenntnis kann ärgerlich sein, weil man sich ein anderes Ergebnis erhofft hat. Die Wahrheit kann bekanntlich wehtun - ist bei der Entscheidungsfindung aber zwingend notwendig, um nicht in kurzer Zeit wieder am selben Punkt zu landen.

Habe ich ausreichend Alternativen geprüft? Es ist leicht, sich in die erstbeste Möglichkeit zu verlieben und alles andere als falsch abzutun. Kann funktionieren, geht aber in vielen Fällen nach hinten los. Oft entstehen Fehlurteile gerade deshalb, weil nicht genügend Alternativen in Betracht gezogen wurden - und sei es nur die Option, nicht zu wählen. Mit dieser Frage zwingen Sie sich zur Unbequemlichkeit und dazu, über den Tellerrand hinauszublicken.

Bin ich mir über die Konsequenzen im Klaren? Wahlhemmungen gehen nicht selten auf die Angst vor den möglichen Folgen zurück. Wir drücken uns dann vor der Entscheidung. Doch sind diese Horrorszenarien überhaupt begründet? Dahinter versteckt sich nicht die Aufforderung zum Tragen einer rosaroten Brille. Vielmehr ist es ein Aufruf zu einer realistischen Einschätzung, um weder unbegründete Ängste zu schüren, noch einen möglichen Fehler zu maskieren und zu vertuschen.

Was sagt der Bauch? Was sagt der Kopf? Will die Entscheidung einfach nicht fallen, kann es helfen, sich nicht nur auf ein einzelnes Körperteil zu verlassen. Der Bauch findet vielleicht ein Argument, das der Kopf noch nicht ans Tageslicht befördern konnte - oder umgekehrt. Wir wären schlecht beraten, uns nur als Kopf- oder Bauchmensch zu sehen und uns so selbst die Chance auf eine bessere Entscheidung zu nehmen. Nutzen Sie also Ihr Sensorium - nicht "entweder oder", sondern "sowohl als auch".

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