Mittwoch, 16. Oktober 2019

Große AOK-Studie über Home Office Geringere Fehlzeiten, aber mehr Belastung - wie gesund ist Home Office?

Arbeiten im Home Office macht einerseits glücklich, andererseits stresst es - es kommt eben immer darauf an
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Arbeiten im Home Office macht einerseits glücklich, andererseits stresst es - es kommt eben immer darauf an

Arbeit im Home Office birgt einer Studie zufolge neben einer hohen Flexibilität auch eine Reihe von Nachteilen. Nach einer am Dienstag vorgestellten AOK-Befragung fühlten sich 73,4 Prozent derjenigen, die häufig im Home Office arbeiten, in den vergangenen zwölf Monaten erschöpft. Bei denjenigen, die ausschließlich im Büro tätig sind, waren es 66 Prozent.

Wie der AOK-Bundesverband weiter mitteilte, klagten im Home Office auch mehr Beschäftigte über Wut und Verärgerung (69,8 Prozent gegenüber 58,6 Prozent), bei Nervosität und Reizbarkeit waren es 67,5 Prozent im Vergleich zu 52,7 Prozent. Befragt wurden 2000 Beschäftigte zwischen 16 und 65 Jahren.

Deutliche Unterschiede gab es der Befragung zufolge auch bei der Vereinbarkeit von Arbeit und Freizeit. So gaben für den Zeitraum der zurückliegenden vier Wochen 18,8 Prozent der Home-Office-Arbeitenden an, dass sie damit Probleme gehabt hätten, aber nur 8,8 Prozent derjenigen, die nur im Betrieb arbeiten. Außerdem fällt es demnach schwerer, nach Feierabend abzuschalten (38,3 Prozent gegenüber 24,9 Prozent).

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"Im Home Office verschwimmt die Grenze zwischen Job und Privatleben stärker", erklärte Helmut Schröder vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WidO). "Damit wächst das Risiko, dass Erholungsphasen schrumpfen."

Trotz der höheren psychischen Belastung haben Beschäftigte, die häufig im Home Office arbeiten, allerdings geringere Fehlzeiten (7,7 Tage), als solche, die nur am Unternehmenssitz tätig sind (11,9 Tage). Ein Grund dafür sei möglicherweise, dass sich Arbeitszeiten im Homeoffice "passgenauer einteilen" ließen. Letztlich hänge es wesentlich von der konkreten Arbeit und den digitalen Kompetenzen ab, ob sich Vor- oder Nachteile für die Gesundheit ergeben. Drei Viertel der Befragten gaben zudem an, dass sie im Home Office konzentrierter arbeiten könnten als in der Firma; zwei Drittel schaffen mehr zu Hause mehr Arbeit.

Auf der Grundlage der Daten von 13,9 Millionen AOK-Versicherten ergab sich 2018 ein Krankenstand von 5,5 Prozent, das war ein Plus von 0,2 Punkten. Der Krankenstand ist der Anteil der im gesamten Jahr angefallenen Arbeitsunfähigkeitstage am Kalenderjahr. Demnach fehlte jeder AOK-versicherte Beschäftigte im Durchschnitt 19,9 Tage, im Jahr 2017 waren es 19,4 Tage gewesen. Erneut stieg dabei die Zahl der Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen - zwischen 2009 und 2018 betrug das Plus 64,2 Prozent.

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