Weibliche Führungskräfte Frauennetzwerk auf Wachstumskurs

Von Claus Gorgs
"Unsere Mitglieder beweisen tagtäglich, dass Frauen durchaus erfolgreich sein können": Antje Neubauer ist Vorstandsmitglied bei Generation CEO, dem Karriere-Netzwerk für Frauen

"Unsere Mitglieder beweisen tagtäglich, dass Frauen durchaus erfolgreich sein können": Antje Neubauer ist Vorstandsmitglied bei Generation CEO, dem Karriere-Netzwerk für Frauen

Foto: Claudia Kempf

Dass Frauen ebenso gute Führungskräfte sind wie Männer, dass Karriere und Familie einander nicht ausschließen müssen, dass die Rollenmodelle des vergangenen Jahrhunderts in unsere moderne Zeit nicht mehr passen - all das ist heute weitgehend gesellschaftlicher Konsens. Dennoch hinkt die Realität in der deutschen Wirtschaft der Theorie nach wie vor weit hinterher.

Nur 37 der 663 Vorstände in den Dax-, S-Dax-, M-Dax, und Tec-Dax-Unternehmen sind weiblich, hat Ernst & Young in seinem "Mixed Leadership Barometer 2015" ermittelt. Das entspricht einer Frauenquote von gerade einmal 5,6 Prozent. Gegenüber 2014 ist dies sogar ein Rückgang um 0,5 Prozentpunkte.

"Die Zahl ist bedrückend - besonders, wenn man bedenkt, dass die Frauenkarte gleichermaßen gern von Industrie und Politik gezückt wird, wenn es um die eigene Popularität geht", sagt der Personalberater Heiner Thorborg. Ein entscheidender Nachteil qualifizierter und kompetenter Frauen ist, dass sie in den Zirkeln der Macht deutlich schlechter vernetzt sind als ihre männlichen Konkurrenten.

Frauen sind schlechter vernetzt als Männer

Deshalb gründete Thorborg 2007 Generation CEO - ein Karrierenetzwerk ausschließlich für weibliche Führungskräfte. Bewerben können sich Frauen, die bereits eine Führungsposition mit entsprechender Budget- und Personalverantwortung innehaben, mindestens zehn Jahre Berufserfahrung vorweisen können und über interkulturelle Kompetenzen verfügen.

"Unsere Mitglieder beweisen tagtäglich, dass es auch anders geht und Frauen durchaus erfolgreich sein können", sagte Antje Neubauer, Vorstandsmitglied von Generation CEO. Auf 170 Mitglieder ist das Netzwerk inzwischen angewachsen. "170 Frauen, die Karriere machen und dabei eine Familie haben, 170 Frauen, die sich in klassischen Männerdomänen beweisen, ohne zu scheitern. Und das ganz ohne Quote, darauf sind wir stolz."

Am 2. November 2015 werden elf neue Managerinnen in das Netzwerk aufgenommen. manager-magazin.de hat sie interviewt - und festgestellt, dass ihre Definition von Erfolg häufig eine ganz andere ist, als die ihrer männlichen Kollegen.