Sonntag, 25. August 2019

Entrepreneure des Jahres 2014: Vispiron Amir, der Gute

2. Teil: Ausgewählte Finalisten der Kategorie "Dienstleistung/IT"

Gregor Gerlach: Vapiano

Expansion: Gregor Gerlach (45) ist viel unterwegs. Denn der Hamburger hat den Ehrgeiz, fast alle neuen Standorte seiner Restaurantkette Vapiano vorab persönlich zu inspizieren. Allein 30 waren es in diesem Jahr, 45 werden es im nächsten sein. Derzeit hat Vapiano (Umsatz: 135 Millionen Euro) über 150 Ableger in 29 Ländern - und ist damit die expansivste deutsche Restaurantkette. Mittelfristig peilt Gerlach, dem noch 30 Prozent des Unternehmens gehören, 1000 Vapiano-Restaurants an. Die Standardisierung der Prozesse hilft dem Unternehmen bei dem schnellen Wachstum.

Konzept: Warum kommt die Kette so gut an? "Unsere drei Erfolgsfaktoren sind Frische, Ambiente und Kommunikation", antwortet Gerlach. Alle überwiegend mediterranen Speisen, auch die Pasta, werden frisch zubereitet. Man sitzt an langen Tischen, was die Kommunikation fördert. Und was im Ausland besonders geschätzt werde: "Wir bieten italienische Lebenskultur mit deutscher Effizienz." Neuester Gag des quirligen Gerlach: Noch im Jahr 2014 wird in Fürth das erste Vapiano auf der grünen Wiese eröffnen.

Martin Bellin: Bellin Holding

Andreas Becker
Missionar: Treasury - ein komplexes, ein trockenes Thema. Doch kaum einer kann so leidenschaftlich über das Verwalten von Geldströmen in einem Unternehmen reden wie Martin Bellin (49), Gründer und Chef der Bellin GmbH im badischen Ettenheim. Schon während seines BWL-Studiums in Mannheim beschäftigte Bellin sich mit dem Thema. Danach stieg er bei der Finanzabteilung der Metallgesellschaft in Frankfurt ein, später baute er beim Sensorenhersteller Sick in Waldkirch das Treasury auf. "Bei beiden Unternehmen musste ich meine eigenen Tools entwickeln, weil auf dem Markt nichts vorhanden war", sagt Bellin. Und sah in diesem Manko eine Marktlücke.

Gründer: Also startete er 1998 sein eigenes Unternehmen, das Dienstleistungen rund ums Treasury-Management anbietet, darunter als Hauptprodukt eine webbasierte Software. Heute beschäftigt die Firma über 100 Mitarbeiter, verfügt über fünf Rechenzentren und macht knapp acht Millionen Euro Umsatz. Die Kunden sind Dax-Konzerne, aber auch Multis wie Hilti und Red Bull.

Werner Lanthaler: Evotec

Forscher: Ein Industriegebiet im Norden Hamburgs. In einem rechteckigen Gebäude mit großem Atrium arbeiten hinter meist geschlossenen Türen über 200 Wissenschaftler. Wird hier ein Mittel gegen Alzheimer entdeckt? "Wir wissen es nicht", sagt Werner Lanthaler (46), Chef des Biotech-Unternehmens Evotec. Aber er hofft es: "Wir haben 55 Schüsse." So viele Projekte sind in der Pipeline seiner Wissenschaftler. Wenn nur einer träfe, wäre das der goldene Schuss.

Kooperationen: Seit 2009 ist der Österreicher Lanthaler Chef von Evotec. Die Firma wurde 1993 von Nobelpreisträger Manfred Eigen mitgegründet, geriet jedoch in eine schwere Krise. Ex-McKinsey-Mann Lanthaler musste Evotec also gleichzeitig sanieren und ausbauen. Dabei setzte er verstärkt auf Forschungsallianzen mit Pharmafirmen und Universitäten. Mit 12 der 20 größten Konzerne forscht Evotec sowie mit den Eliteunis Harvard und Yale. 610 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen inzwischen weltweit, unter Lanthaler wurde es erstmals profitabel und sitzt nun auf einem Cashbestand von 86 Millionen Euro.

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