Freitag, 18. Oktober 2019

Entrepreneure des Jahres 2014: Nomos Glashütte Das Uhrviech

2. Teil: Ausgewählte Finalisten der Kategorie "Konsumgüter/Handel"

Philipp Kraiss, Max Wittrock, Hubertus Bessau: Mymuesli

Mymuesli-Gründer: Hubertus Bessau, Max Wittrock, Philipp Kraiss
Viktor Strasse
Mymuesli-Gründer: Hubertus Bessau, Max Wittrock, Philipp Kraiss
Frühstart: Sein Müsli im Internet bestellen? Nein, das konnte sich keiner der Befragten vorstellen. Trotz dieses Urteils potenzieller Kunden versuchte das Trio Max Wittrock (32), Philipp Kraiss (34) und Hubertus Bessau (33), allesamt Studienfreunde, im April 2007 genau das - und hatte Erfolg. "Bei 3500 Euro Startkapital war das Risiko nicht allzu groß", sagt Wittrock heute. Inzwischen ist Mymuesli etabliert. Der Kunde kann sich aus über 80 Zutaten sein individuelles Müsli mixen lassen. In bunten Zylinderdosen ist es dann auf drei Vertriebskanälen unterwegs: per Paket nach Onlinebestellung, im Handel (zum Beispiel bei Edeka oder Rewe) und in den inzwischen 16 eigenen Mymuesli-Läden.

Frühstück: Die Produktpalette wird systematisch rund ums Frühstück e rweitert - hinzugekommen sind Mymuesli2go, Oh!Saft und Green Cup Coffee. Die Idee wird längst auch ins nahe Ausland transportiert. Diese Expansion steuern inzwischen 340 Mitarbeiter in Passau und Berlin, wo auch Max Wittrock sitzt. Der sagt: "Nach all dem Wachstum müssen wir nun im Unternehmen die nötigen Strukturen schaffen."

Rolf Sorg: PM-International

Direkt: Rolf Sorg (51) hat allein in Deutschland 45.000 Verkäufer - vom Studenten bis zum Pensionär. Im klassischen Direktvertrieb ("Wie Avon", so Sorg) vertreiben sie die Produkte von PM-International: Nahrungsergänzungsmittel unter dem Label Fitline und Kosmetika unter Beautyline. 90 Prozent des Umsatzes von 164 Millionen Euro stammen von den Fitline-Produkten. Nahrungsergänzungsmittel sind umstritten. Sorg weiß das, verweist auf sein wissenschaftliches Beraterteam und sagt: "Unsere Produkte sorgen dafür, dass die Nährstoffe dorthin transportiert werden, wo sie gebraucht werden - auf die Zellebene."

Global: Offenbar lassen sich viele Kunden davon überzeugen, nicht nur in Deutschland. In 35 europäischen Ländern sind Sorgs Direktvertriebsleute bereits unterwegs, seit einigen Jahren auch in Asien und seit Anfang 2014 sogar in den USA. Sorg will in seinem Nischensegment ein Global Player werden. Ganz in diesem Sinne baut er derzeit ein internationales Headquarter im luxemburgischen Schengen. "Nicht aus steuerlichen Gründen", fügt er gleich hinzu.

René Marius Köhler: Internetstores

Fahrrad: René Marius Köhler (32) wollte schon immer Unternehmer werden. Aktiencharts interessierten ihn mehr als mathematische Kurven. Er schmiss deshalb früh die Schule, machte eine Lehre und verwirklichte schon mit 20 Jahren seine Geschäftsidee: Fahrräder online zu verkaufen. Viele hielten ihn für verrückt. Zunächst erwarb er die Domain Fahrrad.de für 42.500 Euro, im April 2003 legte er dann los. In den ersten sechs Monaten verkaufte er schon für 400.000 Euro Bikes, als Gewinn blieben 80.000 Euro übrig.

Ferrari: Inzwischen hat Köhler unter dem Dach von Internetstores in zehn Ländern 20 Onlineshops. Über die vertreibt er seit 2010 neben Rädern auch Outdoor-Ausrüstung. Umsatz 2012/2013: rund 90 Millionen Euro. 350 Beschäftigte arbeiten an den drei Standorten Berlin, Stockholm und am Stammsitz Esslingen, wo auch das Zentrallager ist. Von dort aus werden täglich bis zu 10.000 Pakete verschickt. Köhler will weiter wachsen, "nicht durch neue Sparten, sondern durch eine forcierte Internationalisierung." Sein Ziel ist, Europas Nummer eins zu werden. Noch liegen zwei britische Händler vor ihm. Aber die will Ferrari-Fahrer Köhler bald überholen.

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