Freitag, 19. Juli 2019

Entrepreneure des Jahres 2014: Lamilux Paarlauf

Sieger in der Kategorie "Industrie": Dorothee und Heinrich Strunz, Lamilux
Dieter Mayr für manager magazin
Sieger in der Kategorie "Industrie": Dorothee und Heinrich Strunz, Lamilux

2. Teil: Ausgewählte Finalisten der Kategorie "Industrie"

Hans J. Naumann: Niles-Simmons-Hegenscheidt

Märchen: Ein in die USA ausgewanderter Sachse kehrt in seine Heimat zurück und wird dort als erfolgreicher Unternehmer gefeiert. Klingt wie ein Märchen - und ist doch wahr. Der in der Nähe von Leipzig geborene Hans J. Naumann (79) baute in den 60er Jahren in Amerika einen Werkzeugmaschinenbauer auf. Nach der Wende kam er eher zufällig nach Chemnitz, sah die VEB Großdrehmaschinenbau 8. Mai und staunte: "Das ist ja spitze." Er kaufte den Betrieb von der Treuhandanstalt und integrierte ihn in seinen Konzern Niles-Simmons-Hegenscheidt, der seinen Sitz heute in Chemnitz hat und zu den ostdeutschen Vorzeigeunternehmen zählt (Umsatz: 310 Millionen Euro; 1300 Beschäftigte).

Realität: Fragt man Naumann nach seinem Erfolgsrezept, sagt er nur zwei sperrige Worte: "Multi-Produkt-Struktur und Turnkey-Projekte." Sein Unternehmen beliefere nicht - wie in der Branche üblich - nur eine Industrie, sondern gleich fünf, darunter die Auto- und Bahnindustrie. Und bei Turnkey-Projekten bietet es komplette Anlagen an. Jüngstes Beispiel: BMW in China hat er gerade eine Werkstätte zum Kurbelwellenbau hingestellt.

Hansjörg Rieger: RUD Ketten

Tradition: Der idyllische grüne Firmensitz von RUD in Aalen-Unterkochen hat den schönen Namen "Friedensinsel". Harmonisch agiert denn auch die Geschäftsführung von Vater Hansjörg Rieger (74) und seinen drei Söhnen Jörg (44), Johannes (41) und Benjamin (36). Die vierte und fünfte Generation haben ein gemeinsames Ziel: Das Familienunternehmen (Umsatz: rund 200 Millionen Euro; 1700 Beschäftigte), das Ketten für alle möglichen Zwecke herstellt, noch weiter zu internationalisieren - und bei Innovationen stets ganz vorn mit dabei zu sein.

Fortschritt: Die RUD-Entwickler sind die Prototypen der schwäbischen Tüftler. "Wir haben Hunderte von Patenten, die wir in einem feuerfesten Panzerschrank aufbewahren", sagt Maschinenbauingenieur Hansjörg Rieger. Um das Wissen rund um die Kette weiterzuentwickeln, wurde schon vor Jahren auf der Friedensinsel das Center for Chain Knowledge etabliert. Hier treffen sich Ingenieure von RUD mit Kollegen und Kunden, aber auch mit externen Wissenschaftlern zum Austausch, um zum Beispiel über Rundstahlketten der Güteklasse 12 zu diskutieren - und vielleicht schon die Güteklasse 14 zu entwickeln.

Rolf Koenzen: Lancom Systems

Vernetzung: Rolf Koenzen (49) sagt es ganz leise: "Die NSA-Affäre hat unserem Geschäft sehr geholfen." Sein Unternehmen Lancom Systems in Würselen bei Aachen verkauft sensible Produkte der Informationstechnik. Es vernetzt mit seinen Geräten etwa die Filialen von Rewe mit der Hauptverwaltung oder die Steuerberater mit der Datev-Zentrale. Und es installiert sichere WLAN-Netze in Firmen, Behörden und Universitäten. Nach dem NSA-Skandal greifen viele seiner Kunden inzwischen doch lieber zu deutschen statt zu amerikanischen Produkten.

Vertrauen: Seit der Unternehmensgründung 2002 verfolgt Koenzen eine Made-in-Germany-Philosophie. Fast alles wird in der Heimat produziert, dort erzielt er auch rund 85 Prozent des Umsatzes von knapp 35 Millionen Euro. Lancom sei zwar teurer als etwa der große US-Konkurrent Cisco, aber, so Koenzen, "wir sind vertrauenswürdiger". Lancom Systems ist auch schon vor der NSA-Affäre bereits stetig gewachsen, Jahr für Jahr um 15 Prozent. Dieses Wachstum hat Koenzen komplett aus dem Cashflow finanziert. Darauf ist er genauso stolz wie auf seine Produkte.

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