Die Höhle der Löwen Privates Carsharing oder Schneckenabwehr? Wer überzeugt die "Löwen"?

Runde Nr.3 für die vierte Staffel von "Die Höhle der Löwen": Am Abend kämpfen sechs Start-ups um die lukrativsten Deals und versuchen mit ihren Ideen zu punkten.
Die Löwen (v.l.): Carsten Maschmeyer, Judith Williams, Frank Thelen, Dagmar Wöhrl und Ralf Dümmel.

Die Löwen (v.l.): Carsten Maschmeyer, Judith Williams, Frank Thelen, Dagmar Wöhrl und Ralf Dümmel.

Foto: MG RTL D / Robert Grischek
Fotostrecke

Die vierte Staffel: Das sind die neuen und alten "Löwen"

Foto: MG RTL D / Robert Grischek

Wieder einmal können es sich alle Fanatiker der Gründerszene auf dem Sofa gemütlich machen und nicht nur einfach zuschauen, sondern: Mitfiebern, einschätzen und Potenziale schnuppern. In der "Höhle der Löwen" treten Start-up-Gründer aus verschiedenen Branchen auf, um mit ihrem hoffentlich einzigartigen Produkt bei den "Löwen" zu punkten. Sie kommen, pitchen und siegen - meistens zumindest.

In der zweiten Folge am vergangenen Dienstag schafften das immerhin drei der fünf Start-ups. Den lukrativsten Deal erwischte dabei das Erfrischungsgetränk "Helga"  (steht für healthy algae). Der Algendrink von Anneliese Niederl-Schmiedinger, Renate Steger und Ute Petritsch überzeugte als "functional beverage" besonders einen der Löwen: Ralf Dümmel erzählte von dem Wundermittel und machte kurzen Prozess. "Meine Mutter erzählt mir seit Ewigkeiten, wie gesund Algen sind! Renate, Anneliese, Ute und Ralf - das würde passen!" Und so ergatterten die drei Gründerinnen einen Deal in Höhe von 375.000 Euro. Im Gegenzug gaben sie 23 Prozent Firmenanteile.

Und auch die "MySchleppApp"  hinterließ einen Eindruck, vor allem bei der Home-Shopping-Expertin Judith Williams: "Ich bin schon öfter als zweimal abgeschleppt worden!", gab sie zu. Aber nicht auf die Art, nein, sondern mit dem Auto auf der Straße. Damals musste sie nach eigenen Erzählungen viele Stunden auf ein zufällig vorbeifahrendes Auto warten. Und genau diesem Problem wirken die Gründer Santosh Satschdeva und Frank Heck mit ihrer App entgegen: Hier können die Nutzer einen günstigen Abschleppdienst in der Nähe finden. Die "Löwen" Thelen und Maschmeyer wollten beide einsteigen, berieten sich und gaben schließlich ein gemeinsames Angebot ab. Die Abschlepper entschlossen sich letztendlich aber doch nur für Carsten Maschmeyer: Der investierte daraufhin 125.000 Euro und bekam 40 Prozent Firmenanteile.

Das dritte erfolgreiche Start-up "Fluxbag"  entwickelte einen Beutel mit 150 Liter Luftvolumen, der aber nur drei Atemzüge zum Aufblasen braucht. Damit lässt sich zum Beispiel eine Luftmatratze deutlich bequemer aufblasen. Die hohe Firmenbewertung von 1,3 Millionen Euro machte die Löwen erst stutzig. Nachdem die beiden Gründer Jens Thiel und Lucas Richter den Angebotspreis halbierten, kam es jedoch zu einem Deal mit Dümmel, der nun 10 Prozent der Firmenanteile hält.

Zwei weitere Start-ups schafften es dagegen nicht: Die digitale Mannschaftskasse "TeamWallet"  hatte ein Angebot eines Investors von außerhalb im Ärmel. "Löwe" Thelen riet ihnen nach der Sendung und eigentlich abgeschlossenem Deal zu diesem besseren Angebot.

Kein Glück mit Frank hatten außerdem Janusz Hermann und Jenny Fischer, die eine Pflegeserie für tätowierte Haut entwickelt haben: "TattooMed".  Thelen deckte auf, dass Tattoo-Fan Jenny nur 5 Prozent der Unternehmensanteile hält. Janusz dagegen 51. Ein dritter Investor den Rest. "Sie ist das Symbol der Gründung", empörte sich Thelen. "Das empfinde ich als unfair."

In der dritten Folge versuchen nun wieder sechs Start-ups mit ihren Innovationen zu überzeugen:

"BigBox Berlin": Baden und Singen in Schiffscontainern

Diese "BigBox" können Bands und Künstler für ihre Auftritte mieten.

Diese "BigBox" können Bands und Künstler für ihre Auftritte mieten.

Foto: BigBox

Sinnvolles Recycling gilt als eine der großen Aufgaben des 21. Jahrhunderts. Man hat schon von alten Flugzeug- und Motorenteilen gehört, aus denen Möbel geformt werden. Umhängetaschen aus Plastikmüll haben sich unter einigen Marken schon in der ganzen Welt verbreitet.

Aber ausrangierte Seecontainer wiederverwerten? Das hat sich Steffen Tröger überlegt: Das Start-up "Bigbox Berlin" , das es so ähnlich schon in den USA gibt, baut Seecontainer zu Bühnen-, Wohn- und Schließfachboxen um. Tröger nennt dies auch "Container Architektur". Zur Zielgruppe gehören laut dem Gründer vor allem Eventveranstalter und Gastronomen.

Um die Expansion in andere europäische Staaten zu schaffen, benötigt das Berliner Start-up 300.000 Euro und bietet im Gegenzug 10 Prozent seiner Firmenanteile an.

"Schnexagon": Das Abwehrwunder gegen gefräßige Schnecken

"Schnexagon-Gründerin" Nadine Sydow mit ihrem Schutzanstrich gegen Schnecken

"Schnexagon-Gründerin" Nadine Sydow mit ihrem Schutzanstrich gegen Schnecken

Foto: Schnexagon

Die Gründer on "Schnexagon"  haben gefräßigen Schnecken den Kampf angesagt: Nadine Sydow und ihr "Juniorpartner" Dr. Peter Rehders wollen allen geplagten Hobbygärtnern eine ungiftige und ökologische Alternative zu den bisherigen Mitteln auf dem Markt bieten. Mehr als 400 Materialien wurden dafür untersucht und schließlich brachte eine Kombination aus harmlosen Substanzen den Erfolg. Für die Gründer war schnell klar, dass dies nicht nur neue wissenschaftliche Erkenntnisse darstellte. Sondern auch und vor allem eine praktische Lösung für das Problem der sich seit 40 Jahren in Europa ungehemmt ausbreitenden braunen ("Spanischen") Wegschnecken.

Mit "Schnexagon" haben die beiden einen Anstrich für Hochbeete, Beetumrandungen, Gewächshäuser und Töpfe entwickelt, auf dem die gefräßigen Schädlinge nicht haften können.

Um ihre Fühler auch ins Ausland ausstrecken zu können, benötigen die beiden Gründer ein Investment in Höhe von 500.000 Euro und bieten dafür 10 Prozent Firmenanteile.

"Grace Flowerbox": Rosen mit Hang zur Unendlichkeit

"Grace flowerbox"-Gründer Nina Wegert und Kirishan Sevarajah

"Grace flowerbox"-Gründer Nina Wegert und Kirishan Sevarajah

Foto: Grace Flowerbox

Rosen, die drei Jahre lang halten? Dieses Versprechen geben die beiden Blumen-Liebhaberinnen Nina Wegert und Kirishan Sevarajah: Sie wollen frischen Wind in die Blumenbranche bringen. Dazu haben sie ihren Blumenlieferservice "Grace Flowerbox"  ins Leben gerufen. Statt den klassischen Blumensträußen, die einfach nur gebunden beim Kunden ankommen, werden sie in einem speziellen Karton präsentiert. Dabei können die Kunden aus verschiedenen Rosen- und Kartonfarben und Größen auswählen.

Zum Sortiment gehören auch "Infinity Rosen": Sie wurden speziell konserviert, um sie für bis zu drei Jahre haltbar zu machen. Dafür wird ihnen zuerst vorsichtig das Wasser entzogen, bevor sie in einem nächsten Schritt mit einer Pigmentlösung angereichert werden. Die strahlenden Farben können so lange erhalten bleiben.

In der "Höhle der Löwen" erhoffen sie sich ein Investment in Höhe von 150.000 Euro und bieten dafür 10 Prozent Firmenanteile.

"Getaway": Private Autovermietung

"Getaway"-Gründer Edgar Scholler stellt in der Höhle seinen Carsharing-Dienst vor.

"Getaway"-Gründer Edgar Scholler stellt in der Höhle seinen Carsharing-Dienst vor.

Ein eigenes Auto steht für Freiheit, Fahrspaß und Komfort. Gleichzeitig ist es nach der Anschaffung mit seinen Kosten für Kraftstoff, Versicherung, Steuern und Werkstattbesuchen eine dauerhafte finanzielle Belastung. Die wird umso schwerwiegender, wenn man bedenkt, dass über 45 Millionen Autos in Deutschland im Durchschnitt 23 Stunden am Tag still stehen.

Der 31-jährige Gründer Edgar Scholler fand also die Lösung, um mit dem eigenen Auto bares Geld zu verdienen: Er hat die erste Smartphone-only Autovermietung von Privat-zu-Privat geschaffen. Das Prinzip ist einfach: Wer sein Auto parkt, kann es über sein Handy spontan über die "Getaway" -App zur Vermietung freigeben und so Geld verdienen. Versicherte und verifizierte Nutzer können verfügbare Autos sofort mieten und losfahren.

Für den Ausbau des Fuhrparks benötigt der studierte Kommunikationswirt 800.000 Euro Kapital. Dafür bietet er 20 Prozent seiner Firma.

"Five Skincare": Die Hautcreme aus fünf Inhaltsstoffen

Der Make-up-Entferner aus nur fünf Inhaltsstoffen.

Der Make-up-Entferner aus nur fünf Inhaltsstoffen.

Foto: FIVE Skincare

Inhaltsbezeichnungen überfordern, sind rätselhaft und oft fragt man sich: wofür braucht es überhaupt dreißig verschiedene Inhaltsstoffe? Gründerin Anna Pfeiffer dachte sich das gleiche und setzt bei ihren Naturprodukten deshalb auf das Prinzip "weniger ist mehr": Die Naturkosmetik "Five Skincare" der gelernten Grafikdesignerin enthält maximal fünf Inhaltsstoffe. Dabei verwendet sie weder Emulgatoren noch Füllstoffe.

Derzeit beliefert die 35-jährige ausschließlich ihre Schweizer Heimat. Um auch den Markt in Deutschland und ganz Europa zu erobern, benötigt Anna die Hilfe der "Löwen" und ein Investment von 70.000 Euro. Dafür bietet sie 20 Prozent Firmenanteile.

"Parodont Creme": Das Mittel gegen die Volkskrankheit Zahnfleischbluten

"Parodontcreme"-Gründer Dr. Med. Dent. Ismail Ãzkanli und sein Vater Hüsnü

"Parodontcreme"-Gründer Dr. Med. Dent. Ismail Ãzkanli und sein Vater Hüsnü

Foto: MG RTL D / Frank Hempel

Die Idee für dieses Produkt stammt ganz aus der Feder der Familie Özkanli: Ismail und sein Vater Hüsnü bilden beruflich ein starkes Team und entwickelten so die Zahncreme "Parodont"  . Als Zahnarzt kenn sich Ismail mit der Volkskrankheit Zahnfleischbluten aus. Die türkischstämmigen Berliner entwickelten also ein Mittel, das diesem Leiden eine Ende setzen soll. Mehre Jahre lang forschte Ismail mit Schwarzkümmelöl und wendet das Produkt mittlerweile selbst bei seinen Kunden an. Herausgekommen ist eine patentierte Creme, die Zahnfleischentzündungen und -blutungen behandelt und vor allen Dingen bewirkt, dass sich das Zahnfleisch wieder an den Zahn haftet.

Für ein Investment von 100.000 Euro sind die beiden Gründer bereit, 30 Prozent ihrer Firma an die Löwen abzutreten.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.