Montag, 18. November 2019

Top Consultants 2019 Berater-Exzellenz für den Mittelstand

Top Consultants 2019: Die besten Berater für den Mittelstand
b-k-p Consulting, M&L, Rosenheimer Ges. für betr. Altersversorgung

Auch kleinere und mittlere Unternehmen öffnen sich zunehmend für Berater. Die Besten der Branche würdigt der Wettbewerb Top Consultant. manager-magazin.de präsentiert die Gewinner des Jahres 2019 exklusiv.

Energieeffizienz, Digitalisierung, Finanzierungen - dynamischen Mittelstandsunternehmen stellen sich jede Menge komplexe Fragen abseits vom Tagesgeschäft. Die Breite der Themen spiegelt der Wettbewerb "Top Consultant". Die Sieger des Jahres 2019 sind auf den unterschiedlichsten Feldern unterwegs. In diesem Jahr auf den vorderen Plätzen: eine Managementberatung, Big-Data-Experten und Fachleute für die betriebliche Altersvorsorge.

Dietmar Fink von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und Bianka Knoblach analysieren die Professionalität der Wettbewerbsteilnehmer in elf Kategorien, geclustert nach Kompetenz, Seriosität und Anschlussfähigkeit an den mittelständischen Kundenkreis. Zusätzlich fragen sie die Zufriedenheit der Kunden ab. Von 137 Bewerbern erhielten 104 die Note B oder besser und dürfen das Siegel tragen.

Die wachsende Offenheit des Mittelstands gegenüber externen Experten bescherte den Top Consultants auch im vergangenen Jahr einträgliche Geschäfte, doch die Bäume wachsen derzeit nicht in den Himmel. 2018 erzielten die Spitzenberater im Schnitt 6,8 Millionen Euro Umsatz, das Umsatzwachstum ging mit sieben Prozent gegenüber Vorjahr deutlich zurück (2017: 15 Prozent). An der Spitze liegen die IT-Berater (13,5 Millionen Euro Umsatz), gefolgt von den Personalberatern (11,4 Millionen).

"Die rückläufigen Wachstumsraten sind ein erstes Anzeichen dafür, dass sich die konjunkturellen Erwartungen einiger Kundenunternehmen eintrüben", so Fink. "Wenn die Konjunktur einbricht, führt das regelmäßig dazu, dass die Ausgaben für externe Berater zurückgefahren werden. Noch ist es nicht so weit, denn die Beratungsbudgets wachsen noch. Aber nicht mehr so stark wie in den vergangenen Jahren."

Die erfolgsverwöhnten IT-Consultants verzeichneten die größten Einbußen (2018: minus 5 Prozent), Organisationsentwickler wuchsen mit vier Prozent nur leicht. Management-Consultants lagen weiterhin stabil im Markt, Personalberater legten nach einer Delle im Vorjahr mit 13 Prozent Umsatzwachstum deutlich zu (2017: vier Prozent). Technische Berater konnten an ihr Spitzenjahr 2017 (42 Prozent mehr Umsatz) nicht anknüpfen, stehen mit plus 14 Prozent aber ordentlich da.

Die deutschen Leitindustrien Maschinen- und Anlagenbau sowie Auto steuern zusammen 39 Prozent zum Umsatz der Top Consultants bei. Aus dem Handel und der Finanzbranche stammen nahezu jeweils ein Zehntel des Umsatzes. Auch Gesundheit und Pharma sind mit sieben Prozent ein wichtiger Faktor.

Top Consultants 2019
  • Rund 14.000 Berater tummeln sich auf dem unübersichtlichen Markt für Mittelstandsberatung. Für Orientierung sorgt der jährliche Wettbewerb Top Consultant. Dietmar Fink, Professor für Unternehmensberatung an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, Bianka Knoblach und ihr Team befragen je nach Größenklasse jeweils zehn bis 20 Kunden der teilnehmenden Firmen. 104 der 137 Teilnehmer erhielten in diesem Jahr eine "sehr gute" oder "gute" Bewertung und dürfen das Top-Consultant-Siegel tragen. Informationen zu den im zehnten Jahr des Wettbewerbs prämierten Firmen können unter www.beste-mittelstandsberater.de eingesehen werden. Die Prüfkriterien finden Sie hier: www.top-consultant.de/pruefkriterien

Die gemächlichere Auftragsentwicklung drückt sich auch im Wachstum nach Köpfen aus. Die Top Consultants beschäftigten 2018 sieben Prozent mehr Leute als im Vorjahr (2017: Mitarbeiterzuwachs bei 13 Prozent) und kommen auf durchschnittlich 32 Mitarbeiter, davon ein Fünftel als Freelancer. Auch die Anzahl der Festanstellungen ging zurück. 2018 erhielten nur sieben Prozent der Mitarbeiter neue feste Verträge, 2017 waren es noch fast doppelt so viele. Die meisten Freien beschäftigen die Organisationsentwickler, in ihrem Segment sind 64 Prozent der Mitarbeiter projektweise an Bord.

Für Frauen in der Mittelstandsberatung war das abgelaufene Jahr besonders schwierig. In fast 90 Prozent aller Top Consultant-Unternehmen lag der Frauenanteil in der Geschäftsführung oder als Partner unter 20 Prozent (2017: 78 Prozent). Auch bei den einfachen Beratern ist die Zahl der Frauen zurückgegangen: 2018 weist fast jedes zweite Unternehmen einen Beraterinnen-Anteil von Null bis 19 Prozent aus - 2017 war dies nur in knapp 40 Prozent der Firmen der Fall.

Das Durchschnittsalter der Berater liegt unverändert bei 40 Jahren, IT-ler sind mit 37 Jahren die Youngster. 54 Prozent haben mehr als fünf Jahre in anderen Branchen Leitungserfahrung gesammelt, 85 Prozent können ein Studium vorweisen. Die Volks- und Betriebswirte sowie Ingenieure dominieren.

Der Neukundenzuwachs ist 2018 mit elf Prozent schwächer ausgefallen als im Jahr zuvor (19 Prozent), ebenso der Durchschnittsumsatz pro Projekt (rund 53.000 Euro, 2017: 55.000 Euro). Rückläufig sind auch die Tagessätze: Rechneten die Top Consultants 2018 im Schnitt 1414 Euro ab, waren es 2017 immerhin noch 1609 Euro. Personalberater verdienten mit 1667 Euro pro Tag am besten, gefolgt von den Management-Consultants (1459 Euro).

Die Top Consultants kamen 2018 auf einen durchschnittlichen Umsatz pro Berater von 268.000 Euro. Personalberater lagen mit im Schnitt 542.000 Euro weit voraus. Partner verzeichneten im Schnitt 1,65 Millionen Euro Umsatz, IT-Fachleute und Personalberater nahmen mehr als das Doppelte ein. Am relativ schwächsten stehen die Organisationsentwickler da: Sie blieben knapp unter der Million.

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