Sonntag, 18. August 2019

C&A-Chef nach Herzinfarkt wieder auf der Bühne Wie Topmanager mit Schicksalsschlägen umgehen

2. Teil: Die Banker: "Chemotherapie ist wie Napalm"

Lloyd Blankfein nach überstandener Chemotherapie Anfang 2016

Jamie Dimon und Lloyd Blankfein gehören zu den prägenden Figuren der Wall Street nach der Finanzkrise. Beide sind Milliardäre geworden. Beide hatten mit Krebs zu kämpfen.

Im Juli 2014 hatte Jamie Dimon, der laut Vertrag noch bis 2023 der US-Großbank JPMorgan vorsteht, die Wall Street mit einer Krebsdiagnose geschockt. Schon im Oktober zeigte er sich nach Chemo- und Strahlentherapie wieder auf einer Vortragsbühne. Zwar sei der Krebs "furchteinflößend" gewesen, sagte der Milliardär, habe aber nichts an seiner Perspektive auf das Leben verändert. Natürlich wolle er weiterarbeiten: "Ich liebe immer noch, was ich tue, und ich habe immer noch etwas zu tun, ich möchte die Welt immer noch besser machen."


Prioritäten: Wenn Führungskräfte pflegen wollen


Auch Lloyd Blankfein, bis vor kurzem Chef von Goldman Sachs, hatte sich nach überstandener Krebsbehandlung schnell wieder in der Öffentlichkeit präsentiert. Im Herbst 2015 hatte er seine Lymphdrüsenkrebs-Erkrankung öffentlich gemacht; er habe die Medikamente recht gut vertragen, sagte er schon Anfang 2016 im Gespräch mit dem US-Sender CNBC. Chemotherapie sei wie Napalm, erklärte Blankfein: Man treffe die Bösen, aber eben auch ein paar von den Guten. Insgesamt seien die Nebenwirkungen jedoch beherrschbar gewesen, entsprechend habe er auch während der therapeutischen Maßnahmen weiter gearbeitet. "Mein Arzt hat mir vorher gesagt: Du läufst bei etwa 80 Prozent. So war es auch."

Auf Reisen habe er in dieser Zeit verzichtet, auch andere Verpflichtungen habe er zurückgeschraubt. "Dir wird mehr durchgehen gelassen", so Blankfein im Scherz, "ich dachte: Mensch, das hättest du schon vor einer Weile machen sollen."

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