Mittwoch, 24. April 2019

MBA World Summit Nur noch kurz die Welt ändern

MBA World Summit: Gipfeltreffen der Überflieger
Klaus Werle

3. Teil: War for talents

In der Top-Zielgruppe ist der "war for talents" längst vom Schlagwort zur Realität geworden - die Unternehmen, gerade die großen, traditionellen, müssen sich auf die Hinterbeine stellen. Henkel Börsen-Chart zeigen und BASF Börsen-Chart zeigen etwa treten als sponsornde Partner des MBA World Summit auf - und führen parallel zu den Workshops Job-Interviews mit den Studenten; auch bei der Entwicklung der Fragen für die Video-Interviews war Henkel dabei.

Die Düsseldorfer schätzen die Kombination aus Elite-Auswahl und geographischer Lage - bis 2016 will der Konsumartikler einen Großteil seines Wachstums in Schwellenländern generieren. Henkels Antwort auf den Wunsch der Jungen nach Abwechslung heißt "Triple Two Philosophie": Zwei Länder, zwei Geschäftseinheiten, zwei Funktionen in kurzer Zeit. "Und das nicht erst, wenn sie sich jahrelang im Konzern 'bewährt' haben, sondern schon nach wenigen Jahren Berufserfahrung", betont Henkel.

Wie attraktiv die Gipfelteilnehmer das finden, muss die Zukunft zeigen. Tim Eisenmann jedenfalls hat auf seine kontroverse Frage - Startup oder Großkonzern - am Ende eine überraschende Antwort. Natürlich bieten Startups mehr Gestaltungsspielraum - aber wie groß ist der Hebel von Snapchat oder Tumblr wirklich, um die Welt zu verändern?

"Der Run auf die Startups ähnelt dem Brain Drain aus armen Ländern: Dadurch ändert sich gar nichts", sagt Eisenmann. Als Reaktion auf die Web-Begeisterung vieler Kommilitonen hat er kürzlich in Stanford einen Vortrag gehalten. Titel: "Unnötige Startups". Und seine persönliche Job-Strategie angepasst: Nach dem MBA einige Jahre Beratung - und dann in einem großen Unternehmen höher einsteigen. "Da kann ich viel mehr bewegen als wenn ich die hundertste Dating-App auf den Markt bringe."

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