Samstag, 25. Januar 2020

Trends im Human Resource Management Führungsstärke schlägt Work-Life-Balance

Führungskräfte: Management- und Führungsqualitäten sind für Deutschlands Personalverantwortliche die wichtigsten Eigenschaften. Weiche Themen wie die Work-Life-Balance hielten dagegen nur 1 Prozent der Befragten für wichtig

Die Führungs- und Managementqualitäten der eigenen Führungskräfte zu steigern - das hat Priorität für Deutschlands Personalverantwortliche. Knapp die Hälfte der deutschen HR-Manager sehen darin die entscheidende Aufgabe ihrer Abteilung, wie die HR-Trendstudie der Managementberatung Kienbaum ergab.

Damit sind fehlende Führungsqualitäten bereits zum zweiten Mal nach dem Jahr 2012 das Thema Nummer eins für die befragten 114 HR-Verantwortlichen, die sowohl bei Dienstleistungsunternehmen als auch im produzierenden Gewerbe, dem Handel und im öffentlichen Dienst beschäftigt sind. Und die offenbar einen langen Atem brauchen, um in diesem sensiblen Themenfeld vorhandene Defizite effizient zu beheben. Das zeigt die HR-Trendstudie 2013 der Managementberatung Kienbaum, die manager magazin online exklusiv vorliegt.

Auch für Ulrich Köster, Vorstand Personal & Recht der Galeria Kaufhof GmbH in Köln, ist die Verbesserung der Qualität von Führung und Management ein Top-Thema. "Wir arbeiten mit den Führungskräften daran, ihre Stärken zu stärken und ihre Aufgaben kontinuierlich zu wechseln," erklärt der Personalchef.

In der Praxis hat er häufig fachübergreifende Wechsel einer verantwortlichen Führungskraft für Controlling/Finanzen hin zu einer Führungsaufgabe im Einkauf oder auch Vertrieb begleitet. "Führungskräfte sind dann top, wenn sie auch in der Lage sind, in einem ganz anderen Fachgebiet Führungsstärke zu zeigen", erklärt Köster. Denn dann können sie delegieren und Fachleute ohne Führungsfunktion gezielt einsetzen.

Außerdem zeige sich Führungsstärke nach seiner Erfahrung auch darin, dass die Chefs mit den Nachwuchsführungskräften von morgen arbeiten - "das ist wie Spiegel, um sich selbst zu hinterfragen"; führt der Personalchef aus. Und das löst oft auch genau die Veränderungen aus, die notwendig sind, um eine gute Führungskraft zu bleiben.

Work-Life-Balance rangiert am unteren Ende der Skala

Veränderung ist auch das Stichwort, das die Befragten der Kienbaum-Studie als zweitwichtigste Priorität ihres Aufgabenspektrums sehen. Denn mit 38 Prozent der Nennung liegt das Thema Change-Management auf Platz zwei der Prioritätenliste der Personaler. Talent-Management mit 30 Prozent sowie die strategische Personalplanung mit 28 Prozent folgen auf den Rängen drei und vier.

Weiche Themen wie Work-Life-Balance rangieren für die HR-Fachleute am unteren Rand der Prioritätenliste: nur ein Prozent der Befragten hält dieses Thema beispielsweise für wichtig.

Walter Jochmann, Vorsitzender der Geschäftsführung von Kienbaum Management Consultants sieht die HR-Abteilungen damit auf dem richtigen Weg zu einer zentralen Stellung im gesamten Unternehmensgefüge: "Die Topthemen der Personaler sind zugleich die erfolgskritischen Aspekte für die Unternehmen insgesamt: Leadership professionalisieren, fit sein für kontinuierliche Veränderungen und eine gut gefüllte Talent-Pipeline stehen auf der Agenda ganz oben."

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