Freitag, 19. Juli 2019

Berufe mit Finanzpotenzial Wer wird Millionär?

Jonglage mit dem Traumgehalt: In der Finanzbranche, Luftfahrt und Chemie lassen sich überdurchschnittlich gute Einkommen erzielen

Wer Ferrari fahren wird und wer Fahrrad, entscheidet sich oft bereits bei der Berufswahl. Nach Expertenmeinung bieten Jobs bei den Geldhäusern hierzulande die besten Chancen auf eine überdurchschnittliche Bezahlung - nach einer klassischen Wirtschaftsausbildung.

Hamburg - Beim fünfjährigen Klassentreffen ist die Welt meist noch in Ordnung. Der Schock kommt beim zehnten Jahrestag: Wie kann es nur sein, dass der pummelige Mirco, der im Unterricht selten durch außergewöhnliche Cleverness auffiel, mit knapp 30 ein Auto fährt, das genauso dick ist wie er? Und warum hangelt sich die smarte Carolin von einer schlecht bezahlten, befristeten Stelle zur nächsten?

Die Antwort ist einfach: Mirco hatte nach dem Abi weder den Wunsch, irgendwas mit Medien zu machen, noch wollte er - wie Carolin - die Welt retten. Mirco wollte Geld verdienen. Und da entscheidet eben nicht nur die Begabung, sondern vor allem die Wahl von Beruf und Branche. Mirco tat daher aus monetärer Sicht das einzig Richtige: Er ging zur Bank.

"Die höchsten fünf Einstiegsgehälter werden allesamt in Bankberufen erzielt", sagt Frank Behrmann von der Vergütungsberatung Personalmarkt. "Wer ganz schnell ans Spitzengehalt will, sollte sich laut dem Gehaltsexperten auf Unternehmensfusionen und -übernahmen spezialisieren. Im Durchschnitt werden sogar Einsteiger im Bereich Mergers & Acquisitions mit einem Jahresgehalt von 65.000 Euro entlohnt - das ist deutschlandweit spitze.

Um solche stattlichen Summen zu verdienen, braucht man jedoch auch stattliche Qualifikationen: "Die Leute, die im Bereich Mergers & Acquisitions einsteigen, haben in der Regel einen sehr guten MBA-Abschluss oder eine Promotion und Auslandserfahrung", sagt Behrmann.

Nach den fünf Bankberufen - neben Mergers & Acquisitions sind das Wertpapierhandel, Fondsmanagement, Anlageberatung und der Kreditbereich - erzielen Rechtsanwälte die besten Einstiegsgehälter. 48.000 Euro verdienen Juristen laut dem Vergütungsberater nach der Uni im Schnitt. Gehen auch sie zur Bank oder in die Industrie, ist noch mehr drin: "Dort sind in der Regel auch die Arbeitszeiten besser als in Kanzleien", sagt Frank Behrmann.

Neben der Finanzbranche lassen sich vor allem in der Luftfahrt und der Chemie gute Einkommen erzielen. Insbesondere die Pharmaindustrie, vermutet Behrmann, wird in der Zukunft ein solventer Arbeitgeber sein. "Durch die Globalisierung bekommen Epidemien ein anderes Bedrohungspotenzial, das sieht man am Beispiel Schweinegrippe. Gekoppelt mit etwas Panikmache wird es vermutlich eine steigende Nachfrage geben, was Impfungen und Vorsorge angeht."

Seite 1 von 2

© manager magazin 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung