Donnerstag, 27. Juni 2019

IKB-Niedergang Ackermann beteuert Unschuld

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat bestritten, sein Geldhaus trage Mitschuld an der Beinahe-Pleite der IKB. Die Mittelstandsbank sei bereits vor der Beendigung von Kreditgeschäften durch die Deutsche Bank in Schwierigkeiten geraten.

Wird zum IKB-Vorgang gehört: Deutsche-Bank-Chef Ackermann bezieht vor Gericht Stellung
Düsseldorf - Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat eine Schuld seines Instituts an der Beinahe-Pleite der IKB bestritten. Sein Haus habe Ende Juli 2007 die Probleme der Düsseldorfer Bank nicht ausgelöst, sagte Ackermann als Zeuge im Prozess gegen den ehemaligen IKB-Chef Stefan Ortseifen am Mittwoch vor dem Düsseldorfer Landgericht.

Bereits ab Mitte Juli 2007 habe es auf dem Markt für US-Hypothekenpapiere erhebliche Verwerfungen gegeben, die die IKB in Bedrängnis gebracht hätten, sagte Ackermann. Die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen habe die Kreditlinien nur gekappt, weil sie ansonsten "gutes Geld schlechtem hinterher geworfen" hätte.

In dem Prozess um die Beinahe-Pleite der IKB Börsen-Chart zeigen muss sich der frühere Chef der Mittelstandsbank, Stefan Ortseifen, unter anderem wegen Börsenpreismanipulation verantworten. Ortseifen hatte zu Prozessauftakt die Beendigung der Kreditlinien durch die Deutsche Bank für die Beinahe-Pleite der IKB mitverantwortlich gemacht.

Der Prozess ist der erste in Deutschland gegen einen Ex-Banker im Zusammenhang mit der Finanzkrise. Die IKB hatte sich am US-Immobilienmarkt verspekuliert und geriet als erstes deutsches Kreditinstitut in den Strudel der internationalen Finanzkrise. Die Deutsche Bank hatte in der Vergangenheit Wertpapiergeschäfte der IKB zwischenfinanziert und abgesichert.

manager-magazin.de mit Material von ap und reuters

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