Sonntag, 25. August 2019

Island Immer mehr Banker müssen ins Gefängnis

Anderthalb Jahre nach dem Kollaps der großen isländischen Geldhäuser wandert eine wachsende Zahl von Bankmanagern hinter Gitter. Zwei weiteren Führungskräften der zusammengebrochenen Kaupthing-Bank werfen die Ermittler Scheingeschäfte in Milliardenhöhe vor. Der Ex-Aufsichtsratschef wird per internationalem Haftbefehl gesucht.

Zusammengebrochen: Die Kaupthing-Bank hatte sich übernommen
Reykjavik - Zwei weitere Ex-Manager der zusammengebrochenen isländischen Kaupthing-Bank sitzen hinter Gittern. Wie der Rundfunksender RUV am Mittwochmorgen meldete, hat die Polizei die früheren Führungskräfte Ingólfur Helgason und Steingrímur Kárason nach einem Verhör in Reykjavik festgenommen. Gleichzeitig wurde für Ex-Aufsichtsratschef Sigurdur Einarsson ein internationaler Haftbefehl ausgestellt.

Seit vergangener Woche sitzen der frühere Kaupthing-Vorstandschef Heidar Már Sigurdsson und der frühere Leiter der Luxemburger Niederlassung, Magnus Gudmundsson, in Untersuchungshaft. Der staatliche Sonderermittler zum isländischen Bankenkollaps 2008, Olafur Hauksson, wirft ihnen unter anderem Scheingeschäfte in Milliardenhöhe, Dokumentenfälschung, Verletzung der Börsenregeln und Manipulation von Bilanzzahlen vor.

Kaupthing war im Oktober 2008 zusammen mit den isländischen Banken Glitnir und Landsbanki nach dem Scheitern extrem expansiver Kreditgeschäfte zahlungsunfähig geworden. Zusammen hinterließen die drei danach verstaatlichten Geldinstitute der Inselrepublik mit 320.000 Einwohnern Schulden in zehnfacher Höhe der jährlichen Wirtschaftsleistung.

manager magazin mit Material von dpa-afx

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