Chris Liddell Microsoft-Finanzvorstand geht zu GM

Der angeschlagene US-Autohersteller General Motors versucht es mit branchenfremden Spitzenkräften. Wie der Konzern am Montag mitteilte, wechselt der bisherige Microsoft-Finanzvorstand Chris Liddell zu GM.

Washington - Der 51-Jährige übernehme dort den Posten des Finanzvorstands und werde zugleich Vizepräsident. Er soll bereits am 1. Januar seinen neuen Posten antreten.

"Chris bringt Kenntnisse und Erfahrung für diesen Job mit, die wir bei unserer Suche bei keinem anderen gefunden haben", sagte der neue GM-Chef Ed Whitacre. Liddell werde das globale Finanzgeschäft übernehmen und damit die Sanierung von GM unterstützen. Zuvor war die Finanzpolitik von GM immer wieder in die Kritik geraten.

Der in Neuseeland geborene Liddell hatte seinen Rückzug bei Microsoft  bereits Ende November bekanntgegeben. Liddell war seit 2005 Finanzvorstand bei dem Software-Riesen.

GM prüft neue Angebote für Saab

Das Aus für die schwedische Kultmarke Saab ist unterdessen doch noch nicht endgültig besiegelt. "Wir haben eine Reihe von Angeboten bekommen, die wir jetzt prüfen", sagte ein Sprecher der Saab-Mutter General Motors am Montag in Rüsselsheim. Nach Rundfunkangaben führten GM-Vertreter derweil Verhandlungen mit dem niederländischen Sportwagenhersteller Spyker Cars über dessen erneutes Übernahmeangebot.

Am Freitag hatte GM die "geordnete Abwicklung" und damit das Aus für Saab angekündigt. Den 3400 Beschäftigten solle von Januar an gekündigt werden, weil alle bisherigen Verhandlungen mit Spyker Cars als letztem Kaufinteressenten gescheitert seien. Am Wochenende legten die Niederländer dann jedoch überraschend ein neues Übernahmeangebot vor, auch andere Angebote gingen bei GM ein.

Spyker-Chef Victor Muller hatte am Sonntag seine Bereitschaft betont, "alle Hindernisse für eine rasche Übernahme aus dem Weg zu räumen". Angaben zur Höhe der neuen Offerte machte er nicht. Muller erklärte aber, dass Saab "vollständige finanzielle Unterstützung bekommen würde, um als weltweite Marke konkurrenzfähig zu sein". Allerdings gelte das Angebot nur bis einschließlich Montag.

Dem Vernehmen nach fühlt sich das GM-Management von der Frist nicht unter Zeitdruck gesetzt. Von wem die übrigen Angebote stammen und wie viele es sind, wollte GM am Montag nicht sagen. In Detroit hieß es lediglich, jedes Angebot werde geprüft. Erst danach werde GM weitere Kommentare zu den Offerten abgeben.

Schon am Freitag hatte ein GM-Sprecher erklärt, man sei "weiter offen für Angebote". Denkbar sei der Verkauf von Fertigungsanlagen oder etwa der Markenrechte. Aktiv werde GM aber nicht mehr nach Interessenten suchen, sondern mit der Abwicklung der schwedischen Tochter beginnen.

manager-magazin.de mit Material der dpa

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