Drägerwerk Vorstandschef bleibt weitere fünf Jahre

Stefan Dräger bleibt Chef des Medizin- und Sicherheitstechnikanbieters Drägerwerk. Sein Vertrag wurde um fünf Jahre verlängert.

Lübeck - Vorstandschef des Medizin- und Sicherheitstechnikanbieters Drägerwerk  bleibt auch in den nächsten fünf Jahren Stefan Dräger. Das Mandat des 46-Jährigen, der seit 2005 an der Spitze des Unternehmens steht, wurde vom Aufsichtsrat der Drägerwerk Verwaltungs AG verlängert. Wie Dräger am Montag außerdem mitteilte, wurde Herbert Fehrecke zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden bestellt.

Stefan Dräger stieg in den 90er Jahren in die Drägerwerke ein. Sein Bruder schied als Kandidat aus, weil er gesundheitlich angeschlagen war, die beiden Schwestern gingen ihre eigenen Wege. Jene Angehörigen, die der Großvater Heinrich Dräger nicht am Konzern beteiligte, zahlte er aus. Etwa mit Immobilien, die bis heute an die Drägerwerke vermietet sind. Heinrich Dräger hatte vor dem Börsengang 1979 die Mehrheit der Aktien seinem erstgeborenen Sohn Christian Dräger übertragen. Der wiederum gab die Anteile an seinen Filius Stefan weiter.

Außer Stefan Dräger arbeitet kein Mitglied der Dynastie in den Drägerwerken. Seit Stefans Onkel Theo 2008 aus dem Holding-Aufsichtsrat ausschied, ist auch im Kontrollgremium kein Angehöriger der rund 100-köpfigen Familie mehr vertreten. Theo und Christian Dräger haben zwar noch Büros in der Lübecker Zentrale - auf demselben Flur wie Stefan und dessen einflussreiche Frau Claudia -, sie mischen sich aber nicht in das Tagesgeschäft ein.

Dräger gehört heute zu 50 Prozent freien Vorzugsaktionären. Die andere Hälfte des Grundkapitals halten in Form von Stammaktien die gemeinnützige Dräger-Stiftung (21,26 Prozent), Stefan Dräger (57,48 Prozent) und einige wenige Familienangehörige (19,13 Prozent). Da Stefan Dräger die Mehrheit der Stammaktien hält, kann er die anderen Anteilseigner jederzeit überstimmen. Mithin hat er das alleinige Sagen im Konzern. Laut Satzung dürfen die Stammaktionäre ihre Anteile nicht verkaufen.

Zuletzt konnte Dräger seine Ergebnisse wegen der Schweinegrippe deutlich verbessern. Im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres hatte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern 13,3 Millionen Euro betragen und damit die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Der Umsatz kletterte im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 Prozent auf 454,4 Millionen Euro. Für die ersten sechs Monate 2009 hatte der Konzern nur einen kümmerlichen Überschuss von 1,6 Millionen Euro ausgewiesen. 2008 hatte Drägerwerk 1,925 Milliarden Euro umgesetzt. Das Ebit hatte vor Sonderposten 130,5 Millionen Euro betragen.

Drägerwerk will mit seinem so genannten "Turnaround-Programm" bereits im laufenden Geschäftsjahr deutlich die Kosten senken. Für 2009 rechnet das Unternehmen mit Einsparungen von 50 Millionen Euro. Von diesem Betrag sollen etwa 35 Millionen Euro nachhaltig sein. Bereits bis Ende September hat das Unternehmen aus Lübeck nach eigenen Angaben bereits 32,3 Millionen Euro eingespart. Im Gegenzug fielen bislang 18,3 Millionen Euro Kosten an. Für das Gesamtjahr sollen die Aufwendungen insgesamt 25 Millionen Euro betragen.

Drägerwerk hatte im Juni Restrukturierungsmaßnahmen angekündigt. Das Sparprogramm soll ab 2011 einen Ergebniseffekt von insgesamt 100 Millionen Euro pro Jahr bringen. Bisher betrafen die Maßnahmen überwiegend Einkauf, Reise- und Telekommunikationskosten, Marketing und Vertrieb sowie Logistik. Aufgrund der hohen Kapazitätsauslastung sowie Verbesserung der Produktivität verzichte Drägerwerk auf die ursprünglich geplante Streichung des Urlaubs- und Weihnachtsgelds.

manager magazin mit Material von dpa

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