Postbank Ex-Chef Klein kassiert Millionenabfindung

Der ehemalige Postbank-Chef Wolfgang Klein bekommt von seinem früheren Arbeitgeber eine Abfindung von rund 2,9 Millionen Euro. Auf etwaige Bonus-Ansprüche für 2009 verzichte der Manager. Klein hatte die Postbank Mitte des Jahres wegen "unterschiedlicher Auffassungen über die künftige Geschäftspolitik" verlassen.

Bonn - Der Betrag der Abfindung liege unter den vertraglichen Ansprüchen, erklärte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch. Wären Vorgaben aus dem Corporate Governance zu Grunde gelegt worden, hätte sich seine Abfindung auf rund 6,5 Millionen Euro belaufen. Klein hatte das in Bonn ansässige Institut Mitte des Jahres wegen "unterschiedlicher Auffassungen über die künftige Geschäftspolitik" verlassen.

Nach dem Aufsichtsratsbeschluss endet das Vertragsverhältnis mit Klein vorzeitig am 30. Juni 2010. Solange darf er auch nicht für Wettbewerber tätig werden. Für den Zeitraum von Juli 2009 bis Juni 2010 wird ihm kein Gehalt gezahlt. Das wären schätzungsweise rund eine Million Euro gewesen.

Der ehemalige Postbank-Chef Wolfgang Klein war im März öffentlich unter Druck geraten, nachdem bekannt wurde, dass dem Postbank-Vorstand im Frühjahr 2008 im Vorfeld des Einstiegs der Deutschen Bank  ein Bonus in Millionenhöhe zugesichert worden war. Daraufhin hatte Klein dem Aufsichtsrat angeboten, 2009 für einen Euro zu arbeiten.

Klein hatte den Chefposten erst im Juli 2007 übernommen. Sein Nachfolger als Vorstandschef wurde im Juli 2009 Stefan Jütte, der das Geldinstitut bis zur völligen Übernahme durch die Deutsche Bank steuern soll. Dem Frankfurter Branchenprimus gehören bereits mehr als 25 Prozent. Klein soll vor dem eingeleiteten Verkauf an die Deutsche Bank als überzeugter "Postbanker" durchaus eine eigene Zukunft für die Post-Tochter gesehen haben.

Die Finanzkrise hatte die Postbank  unter Führung von Klein in 2008 erstmals seit Jahren in die roten Zahlen gedrückt. Unterm Strich stand ein Verlust von 821 Millionen Euro.

manager-magzin.de mit Material von reuters und dpa

Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.