Führungswechsel Samuelsson verlässt MAN

MAN-Chef Håkan Samuelsson verlässt das Unternehmen mit sofortiger Wirkung. Das teilte MAN am Montag in München mit. Samuelsson habe sein Amt auf eigenen Wunsch niedergelegt. Komissarischer Nachfolger ist Georg Pachta-Reyhofen. Die Aktie legt zwischenzeitlich kräftig zu.

München - Der Chef des Nutzfahrzeugkonzerns MAN , Håkan Samuelsson, tritt ab. Samuelsson habe sein Amt niedergelegt und werde das Unternehmen auf eigenen Wunsch mit sofortiger Wirkung verlassen, teilte MAN am Montag in München mit. Kommissarischer Nachfolger wird Georg Pachta-Reyhofen, der Chef der Dieselmotorensparte.

Samuelsson wolle mit seiner Entscheidung dazu beitragen, dass sich MAN wieder zügig voll und ganz ihren Kerngeschäften und ihrer weiteren Unternehmensentwicklung widmen könne, hieß es zur Begründung. "Samuelsson ist zu der Überzeugung gekommen, dass es zum Wohle des Unternehmens einen personellen Neuanfang auf höchster Ebene geben sollte." Nähere Angaben machte das Unternehmen zunächst nicht.

Wie gut informierte Kreise gegenüber manager magazin meinten, sei Samuelsson vom Ausmaß der Schmiergeldaffäre in seinem Unternehmen betroffen und nehme den Vorwurf ernst, nicht ausreichend gegen die Machenschaften vorgegangen zu sein. Am 11. Dezember beschäftigt sich der Aufsichtsrat mit dem Compliance-Bericht.

MAN kämpft seit Mai mit einer Schmiergeldaffäre. Die Staatsanwaltschaft geht dabei dem Verdacht nach, dass vor allem im Lastwagen-Geschäft Verkäufer in den Niederlassungen Bestechungsgelder an Mitarbeiter von MAN-Kunden zahlten, um den Verkauf anzukurbeln. Die Ermittler haben weit mehr als 100 Beschuldigte im Visier. Das Geld soll teils über Konten von Angehörigen und Freunden der Empfänger geflossen sein. Seitdem musste bereits eine Reihe von Führungskräften bei MAN gehen, darunter der Vertriebsvorstand von MAN Nutzfahrzeuge, Peter Erichreineke.

MAN-Aktien haben positiv auf den Rücktritt von Unternehmenschef Hakan Samuelsson reagiert. Die Aktie des Nutzfahrzeugkonzerns stieg um 4,44 Prozent auf 62,16 Euro und damit an die Dax-Spitze.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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