Richemont Gründersohn sitzt wieder im Chefsessel

Johann Rupert wird neuer Chef des Luxuskonzerns Richemont. Der Gründersohn und bisherige Präsident des Verwaltungsrates folgt auf Norbert Platt, der aus gesundheitlichen Gründen seinen Posten räumt. Die südafrikanische Milliardärsfamilie Rupert hält 9,1 Prozent des Kapitals und 50 Prozent der Stimmrechte an Richemont.

Genf - Johann Rupert wird als Richemont-Chef Nachfolger von Norbert Platt. Das teilte Richemont  im Zuge der Präsentation der Quartalszahlen mit. Platt hatte bereits im Mai aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt erklärt, dann aber auf bitten von Rupert seine Amtszeit bis Ende März 2010 verlängert, nachdem kein Nachfolger für Plattt gefunden werden konnte. Die südafrikanische Familie Rupert hält mit 9,1 Prozent des Kapitals 50 Prozent der Stimmen an Richemont.

Den Grundstein für das Unternehmen hatte Johanns Vater Anton 1956 gelegt, als er im großen Stil und sehr erfolgreich in Zigarettenmarken investierte. Seit 1980 kaufte Rupert senior Luxusmarken und bündelte sie schließlich im Luxuskonzern Richemont.

Bereits 1987 hatte Johann Rupert erstmals den Richemont-Chefposten übernommen. Nun warten auf den Junior anspruchsvolle Aufgaben. Denn auch die Reichen und Superreichen halten sich in der Krise zurück: So verkaufte Richemont im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2009/10 15 Prozent weniger an Schmuck, Uhren oder Lederwaren.

Der Umsatz lag bei 2,3 Milliarden Euro, wie das Unternehmen in Genf mitteilte. Der Betriebsgewinn brach um fast 40 Prozent auf 390 Millionen Euro ein. Unter dem Strich blieben 345 Millionen Euro Gewinn und damit 36 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Marktteilnehmer sprachen von soliden Zahlen.

Richemont macht das schwierige Geschäftsumfeld für diese Einbrüche verantwortlich. Vor allem in Amerika und Japan gerieten die Verkäufe ins Stocken. Allerdings kletterten die Verkäufe im wichtigen asiatisch-pazifischen Raum um 11 Prozent. Mit Prognosen bleibt Richemont vorsichtig. Im Oktober sank der Umsatz nochmals um 10 Prozent. Sorge bereite die Schwäche des Dollar und zu einem gewissen Grad auch des Yen gegenüber dem Euro.

Zum Richemont-Konzern gehören Prestigemarken wie Van Cleef & Arpels, Alfred Dunhill, Montblanc sowie die Uhrenhäuser Jaeger-Le Coultre, Baume & Mercier, IWC, Vacheron Constantin, A. Lange & Söhne und Officine Panerai.

manager-magazin.de mit Material von reuters und afp

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